VUT-Symposium 2001 – Indies berieten über Online-Zukunft

Beim Symposium 2001, das der Verband unabhängiger Tonträgerfirmen, Musikverlage und Musikproduzenten veranstaltete, trafen sich zahlreiche Vertreter des Independent-Sektors zum Meinungsaustausch und zur Weiterbildung. Dabei zeigte sich, dass sich auch die „Kleinen“auf die Online-Zukunft der Musikbranche vorbereiten.

Thorsten „Taucher“ Weßel, geschäftsführender Gesellschafter Gold Musikverlag und Präsident des VUT, konnte am Abend des zweiten Symposiumstages zufrieden bilanzieren: „Ich glaube, das war das beste Symposium, das wir je gehabt haben.“ Am 31. März und ersten April hatten sich rund 150 Teilnehmer aus dem Independent-Sektor auf Einladung des VUT in der Werkstatt der Kulturen versammelt, um sich in Praxisworkshops und Diskussionsrunden fortzubilden und über aktuelle Fragen der Branche auszutauschen.

Dabei wurde deutlich, dass sich auch für die „Kleinen“ derzeit vieles um die Neugestaltung des Musikgeschäfts im digitalen Zeitalter und die daraus resultierenden rechtlichen, logistischen und administrativen Fragen dreht. So informierte zum Auftakt Rechtsanwalt Hanno Fierdag von der Berliner Kanzlei Schulz Meltendorf & Morof über den gegenwärtigen Sachstand hinsichtlich des Digital Millenium Copyright Act in den USA und der EU-Copyright-Direktive.

Zum Teil sehr kontrovers diskutiert wurden die Thesen über die Online-Strategien für Musikunternehmen, die Andreas Becker von der Diebold Management- und Technologieberatung aus seiner Studie „Wanted: Ein Überlebensmodell für die Musikindustrie – Napster und die Folgen“ vortrug.

Der praktische Umgang mit dem Internet und Online-Technolgien stand im Mittelpunkt, als Peter Wolf von der InPromo GmbH und Marc Fiedler von der New Media Factory Tipps zu Direktmarketing und Promotion im Internet gaben und als Geschäftsführer Wolfgang Geisel Funktionsweise und Geschäftsbedingungen von PhonoNet vorstellte. Wolfram Denzer vom Online-Händler Amazon.de schließlich klärte die VUT-Mitglieder darüber auf, wie sich sein Unternehmen die optimale Zusammenarbeit mit ihnen vorstellt.

Eine Reihe von Vorträgen des Seminarprogramms beschäftigten sich mit Basiswissen zur Label- und Verlagsarbeit. Ergänzend dazu fanden in einer sogenannten „Mixed Zone“ Einzelberatungen sowie Firmen- und Produktpräsentationen statt. In der abschließenden Vollversammlung wurde der amtierende Vorstand des VUT von den Mitgliedern komplett für eine weitere Wahlperiode in seinen Ämtern bestätigt.