“Ernst Georg Berger und ich haben im April die Idee geboren, für Firmen im Internet illegale Files zu suchen. Unsere Marktsondierung ergab, dass wir damit die ersten und nach wie vor einzigen sind“, erzählt Michael Kutanek von der Gründung ihres gemeinsamen Unternehmens VRControl. „Aus der Erfahrung wussten wir, dass die wahre Gefahr für Urheberrechte und Geschäftsumsätze nicht auf den offiziellen Sites zu finden ist, sondern auf privaten Homepages und gecrackten Sites, wobei sich mp3-Raubkopien oft sogar in jpeg-Files verstecken. Wir finden diese Files.“
Für eine monatliche Gebühr von 100 Euro pro Titel sucht VRControl nach einem vom Kunden vorgegebenen Schlüssel nach relevanten Sites, News-Groups und einzelnen Dateien. Die daraus resultierenden Informtionen übermittelt das Unternehmen per E-Mail an den Kunden. Kutanek erklärt: „Diesen Dienst nimmt beispielsweise Anton aus Tirol in Anspruch. Ob er die Daten nur zur Dokumentation nutzt oder eine Sammelklage ableitet, bleibt letztendlich ihm überlassen.“
Für den Kunden IFPI Österreich führte VRControl zudem ein Mahnsystem ein: Finden sich illegale Daten im Netz, so wird der Betreiber der Site ausfindig gemacht und per E-Mail bei Androhung von Sanktionen auf die Unrechtmäßigkeit hingewiesen. Reagiert er darauf nicht prompt, folgt die Klage. Dieser Service schlägt mit 250 Euro pro Titel und Monat zu Buche, bei einem Jahresauftrag mit 200 Euro. „Bedenkt man, dass unsere Mitarbeiter und die von uns programmierten Suchmaschinen 24 Stunden täglich für unsere Kunden im Einsatz sind, so sind unsere Preise äußerst moderat“, ist Michael Kutanek überzeugt.
Den Service kann er deshalb so günstig anbieten, weil seine Mitarbeiter, die ständig das Netz durchsuchen, in Ländern mit niedrigem Lohnniveau sitzen. So sind beispielsweise Mitarbeiter auf Kuba und den Philippinen für VRControl tätig. Bei der Kundenstruktur präsentiert sich das Unternehmen bislang noch nicht so international: „Unsere Kunden stammen derzeit noch hauptsächlich aus Österreich“, erläutert Kutanek. „Geplant ist jedoch eine Ausweitung auf den internationalen Markt. Auf der PopKomm. war das Interesse immens hoch und wir sind zuversichtlich, unser Dienstleistungs-Paket bald auch bis nach Übersee verkaufen zu können.“
90 Prozent der VRControl-Kunden kommen im Moment aus der Musikbranche, doch ist eine Geschäftsausweitung auf andere Branchen geplant. Neben der Fahndung nach mp3-Files ist auch eine gezielte Suche nach illegal verwendeten Logos und Text-Dokumenten möglich. So laufen zum Beispiel Gespräche mit dem Entertainment-Konzern Endemol in Hinblick auf das Aufspüren unlizenzierter Einsätze des Big-Brother-Logos im Netz. Eine Angebotsübersicht von VRControl findet sich auf der homepage www.vrcontrol.com





