Von Euphorie bis leiser Enttäuschung

Am 18. September brachte WEA mit dem neuen Madonna-Album „Music“ eines der absatzträchtigsten Alben der Saison auf den Markt. MUSIKWoche fragte im Handel nach, wie stark der Andrang der Kunden zum Verkaufsauftakt war.

“Sehr zufrieden“ mit der Bilanz des ersten Verkaufstages von „Music“ ist Roland Engel, Filialleiter von WOM München in der Kaufinger Straße. „Nicht nur die reguläre CD läuft hervorragend an, sondern auch die Limited Edition und die Vinyl-Version sind sehr gefragt.“ Die WOM-Filiale steigert die Aufmerksamkeit der Kunden für die Platte mittels einer Sonderdekoration mit Abhörmöglichkeit. Als „bescheiden“ skizziert hingegen Dieter Schrameyer, Leiter der Tonträgerabteilung im Media Markt Bielefeld, das Kundeninteresse zur Albumveröffentlichung. „Auch die Single lief bei uns nicht so stark. Ich persönlich finde das Album auch nicht ganz so prickelnd wie frühere Madonna-Longplayer“. Die meisten Media-Märkte hätten laut Schrameyer die Platte auch bislang nicht besonders beworben, was sich aber noch ändern könne. „Es gab auch zum VÖ keine Deko-Aktion“. In der Preisgestaltung habe man bei diesem Album wenig Spielraum, da „die CD im Einkauf ziemlich teuer ist“. Sein Unternehmen biete die Platte zu 29,99 Mark an, denn man wolle ein „Zeichen setzen und das Album nicht unter EK-Preis verschieben“.

„Alle Erwartungen übertroffen“ sieht Horst Lewald, Filialleiter von HMV in Frankfurt. „Die lang erwartete Platte ist wie eine Bombe eingeschlagen, nachdem auch die Maxi schon eine große Nachfrage auslöste“. In seinem Geschäft mache gleich im Eingangsbereich eine Sonderpräsentation auf das Album aufmerksam, das am 18. September „unsere absolut meistverkaufte CD war“. Cord Dierking, Geschäftsführer von aktiv Musik & mehr in Nienburg, ist dagegen „nicht ganz so zufrieden. Wegen der Preisgestaltung der großen Ketten muss auch ich das Album zu einem schlecht kalkulierten Preis von 29,90 Mark verkaufen. Trotzdem sagen viele Endverbraucher, das sei aber teuer.“ Dierking hofft aber, dass die Platte noch anzieht. Positiv habe sich die Platzierung des Back-Katalogs mit Extra-Ständer neben dem neuen Album ausgewirkt. „Da nimmt schon mal ein Kunde noch eine ältere Madonna-CD mit.“ Leider habe er von der Plattenfirma kein Deko-Material erhalten, um das Album noch stärker herausstellen zu können.

„Mehr erhofft“ hätte sich auch Doris Gutknecht, Abteilungsleiterin Tonträger im Musikhaus Schlaile in Karlsruhe. „Das Album läuft langsam an. Das Interesse für die Maxi war stärker“. Einige Kunden, mit denen sie gesprochen habe, seien „etwas enttäuscht“ vom neuen Madonna-Material. Das Thema könne sich aber sicher noch entwickeln. Rundum positiv fällt das Fazit von Dr. André Schirmer, Director Of Public Relations bei amazon.de, aus. Beim Online-Händler erreichte die CD „anhand der Vorbestellungen schon drei Wochen vor VÖ den ersten Verkaufsrang. Es ist eines der erfolgreichsten Alben des Jahres bei uns.‘