Viva wächst in astrale Höhen

Am Popkomm.-Freitag verkündete die Viva Media AG die Astra-Aufschaltung und zieht bei der technischen Reichweite wieder mit MTV gleich. Zudem gab der Medienkonzern erste Personalentscheidungen nach der Umstrukturierung bekannt.

Mit den Geldern aus dem IPO vom Juli finanzierte Viva nun die Aufschaltung auf den Satellitentransponder Astra, die schon am 1. Oktober erfolgen wird. Laut den letzten AWA-Zahlen zog MTV knapp an seinem Kölner Mitbewerber vorbei. Dieter Gorny, Vorstandsvorsitzender der Viva Media AG, hatte jedoch zuvor im Gespräch mit MUSIKWoche darauf hingewiesen, dass dieser Vorsprung lediglich auf den technischen Reichweiten beruhe.

Mit der Unterzeichnung des Astra-Vertrags, den Gorny und Yves Elsen, Commercial und Marketing Direktor der Société des Satelellites S.A. auf der Popkomm. unterschrieben, erhöht sich die technische Reichweite von Viva um 39 Prozent auf 31,39 Millionen Haushalte in Deutschland – geringfügig mehr als MTV, die über Astra 31,3 Millionen Zuschauer erreichen. Dies wirkte sich sofort auf den Kurswert der Viva-Aktie aus, die bei Redaktionsschluss einen neuen Rekordstand errreichte. Auch Viva Zwei ist ab dem 1. Februar über Astra zu empfangen und erhöht seine technische Reichweite dadurch um 47 Prozent auf rund 28 Millionen Haushalte.

Einen Zuwachs ihrer Funktionen erfuhr Martina Bruder, die bisherige Verkaufsdirektorin von Viva. Im Zuge der Umstrukturierung zur Viva Media AG rückt Bruder in die Geschäftsführung von Viva Fernsehen auf. Neben dem Media-Verkauf von Viva und Viva Zwei betreut sie den Vertrieb der Internet-Werbung und zeichnet für den Absatz der beiden Kanäle im Ausland verantwortlich. Die Viva-Salesforce vergrößerte sich unter ihrer Leitung von 20 Mitarbeitern auf 30. Zugleich wechselt Kerstin Ruffmann, zuvor Direktor Marketing/Communicatons/New Business Development, in die Viva-Holding, wo sie als Director Corporate Brand für die Gesamtmarkenführung des Unternehmens zuständig ist.

Beim Web-TV, das Viva zur Telemesse am 23. August startete, gab Viva dem Fullfillment-Anbieter Adori den Zuschlag: Die Firma betreut für Viva B2C-Funktionen im Shopping-Bereich. Zudem öffnet Viva ab dem 1. Januar 2001 ein Werbefenster in Österreich. Einen Beitrag zur Pop-Theorie lieferte Dieter Gorny, der als Reder bei der Popkomm.-Eröffnungsfeier die „Pokémon“-Generation ausrief: „Unsere Zuschauer kommunizieren analog-digital vernetzt. Zwischen Game-Konsole, Fernsehen und Internet nutzen sie genauso analoge Medien wie die Pokémon-Spielkarten. Fernsehen steht nicht mehr ganz oben, denn das Kommunikationsverhalten horizontalisiert sich.‘