Viva formiert Schweizer Musikfernsehen

Als zweite Station ihrer Europaexpansion startete die Viva Media AG am 6. September den Schweizer Musiksender Viva Swizz. Anders als bei Viva Polska! ging der Kölner Medienkonzern in der Schweiz mit einem lokalen Partner zusammen.

Mit der Vereinungung unter dem neuen Namen Viva-Swizz erhöht sich die technische Reichweite des Senders im Vergleich mit dem ehemaligen Kabelplatz des deutschen Viva-Programms um 67 Prozent. Damit können 81 Prozent aller deutschsprachigen Haushalte in der Schweiz Viva-Swizz empfangen. Davon verspricht sich Suzanne Speich, Geschäftsführerin des neuen Kanals, im Gespräch mit MUSIKWoche einen Ausbau der Marktführerschaft: „Viva lag zuvor bei rund zwei Prozent, Swizz lag dahinter und mit 0,5 Prozent der Zuschauer kam dann MTV. Bis zum Ende des Jahres wollen wir mit Viva-Swizz drei Prozent erreichen.“

Nach der Genehmigung von Viva-Swizz durch den Schweizer Bundesrat rechnet auch Pierre Rothschild, ebenfalls Geschäftsführer von Viva-Swizz, mit einer positiven Entwicklung: „Die Zustimmung des Schweizer Staats zu einem ausländischen Anbieter war sensationell“, meint Rothschild, der wie Speich 13 Prozent am Sender hält. Dass das deutsche Viva-Programm bereits zuvor einen Platz im Kabelnetz bekommen hatte, lag laut Rothschild daran, dass MTV Geld für eine Einspeisung verlangte – Viva nicht.

Im Frühjahr dieses Jahres erwarb die Viva Media AG dann für 8,5 Millionen Mark eine 44-prozentige Beteiligung an der S Media Vision AG, der Betreibergesellschaft von Swizz. „Unsere Strategie richtet sich nach den jeweiligen nationalen Gegebenheiten“, erläutert Dieter Gorny, Vorstandsvorsitzende der Viva Media AG und Verwaltungspräsident von Viva-Swizz. „Viva Polska! ist eine einhunderprozentige Tochter, weil es in Polen besser war, einen neuen Sender aufzubauen als mit dem maroden Musiksender Atomic vor Ort zu fusionieren. In der Schweiz dagegen haben wir mit Swizz einen höchst professionellen lokalen Partner gefunden.“

Gorny berichtete in Zürich zudem von Verhandlungen mit englischen, französischen, italienischen, ungarischen, türkischen und weiteren Kooperationspartnern, mit denen der Medienkonzern ebenfalls nationale Viva-Programme plant. Diese lokale Vorgehensweise setzt Viva auch in der Schweiz um, wo bis auf die Dance-Show „Club Rotation“ und Charts-Formate ein 49-köpfiges Team ein eigenständiges Programm in der Schweizer Mundart ausstrahlt. „15 Prozent aller Titel, die wir spielen, stammen aus einheimischer Produktion und davon sind wiederum die Hälfte auf schweizerdeutsch. Besonders die hiesige HipHop-Szene ist sehr rege. Da die Schweizer Charts viel langsamer sind als die deutschen, orientieren wir uns nicht so stark daran wie Viva Deutschland“, erläutert Christian Kramer, Programmchef von Viva-Swizz.

Auf die Betonung des nationalen Repertoires reagiert die Schweizer Musikindustrie positiv. Bruno Huber, stellvertretender Geschäftsführer von BMG Ariola Schweiz, erklärte: „Für uns ist der Schweizer Anteil sehr wichtig. Viva-Swizz bietet den Schweizer Künstlern ein starkes Forum, das es bislang noch nicht gegeben hat.‘