Das Handelsunternehmen wollte mit offenen Rechnungen für gelieferte Ware Druck auf die Musikindustrie ausüben und somit den Handelsabgabepreis für Tonträger nach unten drücken. Allein aus dem Monat Dezember stehen schätzungsweise 35 Millionen Pfund aus. Dazu kommen noch die Rechnungen von Januar. Virgin beklagte, dass diverse Internet-Versanddienste bessere Einkaufskonditionen bekämen. Nun lies der Chef der Firma, Sir Richard Branson, verlauten, er habe sich „noch nicht entschieden“, ob er die Aussenstände fristgerecht begleichen wird. Statt dessen schrieb er einen Brief an die Plattenfirmen, in dem er seine Forderungen wiederholte. Unter Beobachtern gilt als sicher, dass die Gläubigerfirmen nicht auf Bransons Bedingungen eingehen werden. Es drohe vielmehr eine gerichtliche Einigung. Währenddessen glaubt John Kennedy, Chairman & CEO Universal Music UK, an Bransons Integrität: „Ich wäre überrascht, wenn er nicht zahlen würde. Ich bin mir sicher, dass Branson daraus keinen Aprilscherz machen wird.“ Universal ist der einzige britische Major, der Virgin trotz der andauernden Affäre in den letzten Wochen noch beliefert hat.
Virgin Megastores verweigern Zahlung
Der Streit zwischen der Handelsgruppe Virgin und den fünf führenden Tonträgerunternehmen in Großbritannien hat sich in der vergangenen Woche verschärft. Am 31. März endete für Virgin das Ultimatum für die Bezahlung der ausstehenden Rechnungen.



