Viertes Album von Brandenburger ‚Blind Passengers‘

Mit Zähigkeit und pfiffigen Platten stieg Blind Passengers zu einer der populärsten Band der neuen Bundesländer auf. Nun erschien ihr viertes Album „Bastard“.

Zu DDR-Zeiten wurden die Blind Passengers von Mitarbeitern der staatseigenen Plattenfirma Amiga ausgelacht, erinnert sich Keyboarder Nik Page, „weil wir englisch sangen und elektronische Instrumente spielten“. Von solch entmutigenden Reaktionen ließen sich die Brandenburger freilich nicht ins Boxhorn jagen. Fan für Fan vergrößerten sie im Laufe von zehn Jahren ihren Anhängerkreis. Am Ende wurden auch die Majors hellhörig, und so erscheint „Bastard“, ihr aktueller, vierter Klangträger, jetzt erstmals bei . Dabei erweist sich dieser Name als gut gewählt, denn das Quartett kreuzt elektronische Klänge a la Depeche Mode mit harten Gitarren und schweren Rhythmen. Den Musik-Zeitschriften „Hammer“ und „Break Out“ war der „Bastard“ im Mai schon jeweils ein Album des Monats wert; diverse Festivalauftritte, unter anderem bei Rock am Ring/Rock im Park, Wacken Open-Air, Strange Noise Festival und Zillo Open-Air, dürften für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgen. Auffällig ist übrigens die hervorragende Organisation der vier Selfmade-Men, die mit Produktion, Artwork, Tour-Booking und Merchandise alle Fäden in eigenen Händen halten. „Die Epic bekam ein fertiges Paket aus Musik und Fotos. Die waren völlig von den Socken.“ Auch die Verträge arbeitete Nik Page selber aus: „Ich habe meinen Entwurf noch einmal vom Anwalt gegenlesen lassen. Allerdings wünschte ich, ich hätte es bleiben lassen. Denn der hat mich gelobt – und 6.000 Mark dafür berechnet.“