Verleger machen gegen MP3 mobil

Auf seiner jüngsten Mitgliederversammlung forderte der Deutsche Musikverlegerverband (DMV) ein „Schutzbündnis“ für die Musik und verabschiedete eine Resolution an Minister Michael Naumann.

DMV-Präsident Dr. Peter Hanser-Strecker fand deutliche Worte zum Thema Internet-Piraterie: „Die Datenkompressionsform MP3 wird für Verlage, Komponisten, Autoren und Künstler zur Guillotine des Urheberrechts.“ Sie bedeute das Aus für Kreativität und ein gerechtes Entgelt, so Hanser-Strecker weiter. Der DMV-Präsident stellte in Frage, ob sich mit Verbotsnormen diese Form der Piraterie überhaupt stoppen ließe: „Bis der Gesetzgeber hier angemessen reagiert, sind irreparable Schäden entstanden. Durch diesen Kunstkannibalismus zeichnet sich ein kultureller Notstand der schlimmsten Art ab.“

Der Verband kündigte die Schaffung eines Bündnisses für Musik an und appellierte an Verbraucher und die Hersteller von MP3-Geräten, die „Ausbeutung geistigen Eigentums“ nicht weiter zu fördern. Der DMV verabschiedete außerdem eine Resolution an die Adresse von Michael Naumann, Staatsminister für Kultur, und seine Länderkollegen: Der Verband fordert die Politiker auf, die Rahmenbedingungen des Urheberrechts so zu verbessern, daß die „deutschen Musikschaffenden auch im nächsten Jahrtausend eine Überlebenschance haben“.