Veranstalter verbessern Image

Das Image der deutschen Konzertveranstalter ist durch die beiden Prozesse gegen Marcel Avram und Matthias Hoffmann angekratzt. Doch Steuerhinterziehung und Schwarzgelder seien keineswegs an der Tagesordnung, bekräftigten die Teilnehmer des Popkomm.-Panels „Die Situation der deutschen Veranstaltungswirtschaft“.

Denn schwarze Schafe fänden sich schließlich überall, meinte IDKV-Präsident Jens Michow. Die Probleme sitzen jedoch tiefer: Die Kunden klagen zunehmend über schlechten Service und teure Preise. Ossy Hoppe, Geschäftsführer Coco Tours, bemerkte, daß die Preise für Eintrittskarten durch die Ansprüche der Künstler vorgegeben seien. Aber auch das starke Konkurrenzdenken habe dazu geführt, daß sich immer „eine Mama oder ein Papa findet“, der jede Gagenforderung erfülle, was der Kunde auszubaden habe. Für unbequeme Hallen, die an Gastronomiebetreiber mit mangelhaftem Angebot gebunden sind, können die Veranstalter nichts, bekräftigte Hans Peter Haag (Music Circus). Doch es gelte, statt zu jammern, nach Problemlösungen zu suchen, so die Forderung von Dieter Semmelmann, Geschäftsführer von Semmel Concerts. Gesprächsleiter Henning Tögel (Moderne Welt) regte an, daß in Kooperation mit Reisebüros Komplettangebote für Konzertreisen zu schaffen wären. „Durch den Deal mit der Firma EPM und der Bundespost haben wir erstmals ein flächendeckendes Ticketsystem ohne überhöhte Vorverkaufsgebühren“, betonte Klaus Boenisch (Boenisch Consulting). Und man müsse die Zusammenarbeit mit den Schallplattenfirmen in Sachen Marketing verbessern. „Zahlreiche Produktmanager sehen uns Veranstalter nicht mehr als ihre Partner, aber wir führen Gespräche mit den Majors, um dies zu ändern.‘