Lesbar wurde Musik in den 60er Jahren, als in England und Amerika die ersten Titel auf den Markt kamen, die sich mit Rock- und Pop-Musik als kulturellem Phänomen auseinandersetzten und die bis dahin üblichen Star-Hefte ablösten. So veröffentlichte der Amerikaner Jann Werner im November 1967 die erste Ausgabe des „Rolling Stone“.
27 Jahre später, im November 1994, erschien erstmals der deutsche „Rolling Stone“, dem es gelang, sich neben dem bis dahin den Markt beherrschenden „Musikexpress/Sounds“ zu etablieren. Das Münchner Blatt blickt indes auf eine ähnlich lange Geschichte zurück wie die Mutterzeitschrift seines Mitbewerbers.
1969 formierte sich eine Redaktion in Köln, die den holländischen „Muziek Express“ nach Deutschland importiert hatte. Ebenfalls in Köln – später gemeinsam mit dem „Musikexpress“ in Hamburg – residierte seit 1967 „Sounds“, das vom Jazz zu progressiven Stilen und schließlich Punk und New Wave kam. Die unkommerzielle Ausrichtung ließ die „Sounds“-Auflage sinken, woraufhin gleich beide Zeitschriften verkauft werden mussten.
In München fusionierte im Januar 1983 der neue Verleger Jörg Marquard die beiden Hefte zum Musikexpress/Sounds. Inzwischen hatte der ehemalige „Sounds“-Redakteur Diederich Diedrichsen 1980 die „Spex“ mitgegründet, die sich besonders fortschrittlichen Themen widmete. Wie der „Musikexpress/Sounds“ leitete „Spex“ in diesem Jahr Schritte ein, um sinkenden Auflagenzahlen entgegenzuwirken. MUSIKWoce liefert einen Überblick über die Veränderungen und Aussichten im Print-Markt.





