US-Konsumentenstudie 2000: Einbrüche für Singles und MCs

Die Recording Industry Association of America (RIAA) hat die Ergebnisse einer Konsumentenstudie über den US-Markt 2000 bekannt gegeben. Zu den wichtigsten Resultaten zählen der Zuwachs des HipHop-Segments sowie starke Rückgänge für MCs und für Singles aller Formate.

Die Studie basiert auf einer repräsentativen Umfrage, die das Meinungsforschungsinstitut Peter Hart Research im Auftrag der RIAA unter 3051 US-Bürgern durchführte. Demnach eroberten bei den Genres Tonträger aus dem Segment Rap/HipHop mit 12,9 Prozent Marktanteil (1999: 10,8 Prozent) erstmals den zweiten Platz hinter Rockmusik-Tonträgern, die mit 24,8 Prozent nach wie vor klar vorne in der Beliebtheitsskala der amerikanischen Plattenkäufer rangierten. Der Wert für den Bereich Rock ist allerdings der niedrigste der letzten zehn Jahre. Im Vorjahr machte das Rock-Segment noch 25,2 Prozent des Marktes aus, bis einschließlich 1997 hatte der Anteil dieser Sparte noch stets deutlich über 30 Prozent betragen. Country fiel anno 2000 mit 10,7 Prozent auf den dritten Platz zurück vor R&B mit 9,7 und Pop mit 8,0 Prozent.

Bei den Formaten steigerte die Longplay-CD ihren Marktanteil von 83,2 Prozent im Vorjahreszeitraum auf 89,3 Prozent. Damit hat die Longplay-CD ihre Relevanz innerhalb der letzten zehn Jahre mehr als verdoppelt: 1991 lag der Anteil noch bei 38,9 Prozent weit hinter der MC, die damals mit 49,8 Prozent noch klar an der Spitze lag. Inzwischen spielt die Musikkassette nur noch eine untergeordnete Rolle. Der MC-Prozentwert sank 2000 auf 4,9 Prozent, 1999 waren es noch exakt acht Prozent gewesen. Die Vinyl-LP rangierte 2000 unverändert gegenüber dem Vorjahr bei 0,5 Prozent. Deutlich zurückgegangen ist die Nachfrage nach Singles aller Formate. Deren Anteil betrug 2000 nur noch 2,5 Prozent, 1999 lag er mit 5,4 Prozent noch mehr als doppelt so hoch. Musikvideos lagen im Jahr 2000 mit 0,8 Prozent um 0,1 Prozent unter dem Wert des Vorjahreszeitraums.

Was die Altersstruktur der Konsumenten angeht, legten die zuletzt rückläufigen jungen Käufergruppen im Jahr 2000 leicht zu: Der Anteil der zehn- bis 14-jährigen Tonträgerkäufer stieg von 8,5 Prozent 1999 auf 8,9 Prozent, die 15-19-Jährigen erhöhten ihren Anteil von 12,6 Prozent 1999 auf 12,9 Prozent. Der Wert der über 45-Jährigen nahm zwar gegenüber dem Rekordhoch 1999 (24,7 Prozent) leicht ab auf 23,8 Prozent. Dies ist aber immer noch ein mehr als doppelt so hoher Anteil als etwa 1991, als diese Bevölkerungsgruppe nur 11,8 Prozent der Plattenkäufer stellte.

Im Handel gingen im vergangenen Jahr nur noch 42,4 Prozent der in den Vereinigten Staaten verkauften Tonträger über die Ladentheken der Fachgeschäfte. 1998 waren es noch 50,8 Prozent, 1999 44,5 Prozent. Die Non-Traditional-Outlets kamen im Jahr 2000 mit 40,8 Prozent, 2,5 Prozent mehr als 1999, fast an den Wert des Fachhandels heran. 1991 lagen die Plattenläden mit 62,1 Prozent noch meilenweit vor den übrigen Geschäften, die Tonträger verkauften, mit damals noch 23,4 Prozent. Der Anteil der Absätze über Schallplattenclubs sank von 7,9 Prozent 1999 auf 7,6 Prozent im letzten Jahr. Die Tonträgerverkäufe übers Internet tauchten erstmals in der RIAA-Statistik für 1997 mit 0,3 Prozent auf. Seither stieg der Wert über 1,1 Prozent 1998 und 2,4 Prozent 1999 auf 3,2 Prozent anno 2000, womit sich das Wachstum der Online-Verkäufe also überraschenderweise im letzten Jahr verlangsamt hat.

50,6 Prozent der Plattenkäufer 2000 waren männlich, 49,4 Prozent weiblich. 1998 lagen noch die Frauen mit 51,3 Prozent vorn. Der Gesamtwert der in den Vereinigten Staaten 2000 abgesetzten Tonträger betrug 14,323 Milliarden Dollar und lag damit unter dem 1999er Rekordwert von 14,584 Milliarden Dollar. Das Ergebnis des vergangenen Jahre ist aber immerhin das zweithöchste der letzten zehn Jahre und liegt bald doppelt so hoch wie der Wert von anno 1991 mit 7,834 Milliarden Dollar.