Universal Records startet wieder durch

Nach der nun endgültig abgeschlossenen Fusion von PolyGram und Universal sind die Karten neu gemischt. Und so hat auch die „neue“ Universal Records GmbH nicht mehr mit dem „alten“ Unternehmen gemeinsam.

Nur wenige Mitarbeiter sind im Team von Universal Records schon seit den Tagen an Bord, als der Geschäftsführer noch Heinz Canibol hieß. Jetzt heißt der Managing Director Konrad von Löhneysen, und nichts ist mehr wie früher: Das ehemalige Motor-Music-Label Urban und sein Partner-Label Kontor bilden das Repertoire-Rückgrat der neuen Firma. Alle Urban-Mitarbeiter sind in der neuen Firma integriert, zudem sind einige Mitarbeiter für Motor Music und Universal Records tätig, besetzen also sogenannte „Shared Functions“ (siehe Organigram). Neben Urban-Künstlern sind bei Universal Records allerdings auch Acts zu finden, die sich schon vor der Fusion im Katalog befanden, darunter Emilia, Enrique Iglesias, Erykah Badu und die Band Aqua. Geblieben sind auch die Labels Booya Records und Universal Records (USA), neu dazugekommen ist Motown. „Diese neue Firma hat mit der alten absolut nichts mehr gemein“, so Konrad von Löhneysen, Managing Director Universal Records, im Gespräch mit MUSIKWoche. „Während die alte Firma 90 Prozent ihres Umsatzes aus internationalem Produkt gespeist hat, generieren wir ihn zu 90 Prozent aus nationalem Produkt.“ Anders als die Vorgängerfirma betreibe Universal Records eine sogenannte „single-driven“ A&R-Arbeit, daß heißt, nur einen Künstler mit einer starken Single in Petto kann vom Unternehmen über Clubs, MTV und Viva sowie jugendorientierte Hit-Radiostationen optimal vermarktet werden. Am 1. Juli begann das erste Geschäftsjahr nach der großen Umstrukturierung. Eine „knallharte Herausforderung“ nennt von Löhneysen den Neustart der Company. Von Löhneysen war zuvor Geschäftsführer von Jive Records und hatte bei der Zusammenstellung seines neuen Teams freie Hand: „Es ist die sechste Firma, die ich mit an den Start gebracht habe, und wir haben in der Zeit der strukturellen Umbauarbeiten weiß Gott nichts schleifen lassen, wie viele behaupten.“ Beweis dafür seien unter anderem die Erfolge mit Emilia, Tarkan, Loona und dem Wamdue Project. Geändert hat sich neben der Struktur der Firma auch die Beziehung zu einer ihrer wichtigsten Partnerlabels: Die Firma Booya Music von Bülent Aris und Toni Cottura (Nana, Pappa Bear) hat ihre Marketing- und Promotion-Aufgaben an Universal abgegeben und kümmert sich fortan hauptsächlich um den Aufbau ihrer Künstler.