“Wir bekamen ständig Mails von unseren Fans, in denen sie nach einer DVD zu der Show fragten“, berichtet Smudo, Rapper der deutschen HipHop-Pioniere, im Gespräch mit MusikWoche. Daraus enwickelte sich im Lauf von einigen Monaten die Idee, das auf 16 Millimeter aufgezeichnete Bildmaterial für eine DVD zu nutzen, die „möglichst attraktive Zusatzangebote“ enthalten sollte.
So waren die beiden rund 15-minütigen Dokumentarfilme, die Fanta-Mitglied Thomas D. von den Proben und der Entstehung privat mitgeschnitten hatte, ursprünglich nicht für eine kommerzielle Verwertung gedacht, tragen jetzt aber zum Charme der bei Four Music/Columbia/Sony Music erschienenen DVD bei.
Der an der DVD-Technolgie „sehr interessierte“ Smudo wirkte an der „Unplugged“-Disc als Co-Produzent mit: „Ich musste mich erst in die Kunst der DVD-Programmierung einarbeiten. Es gehört eine ganze Menge Arbeit dazu, dass alle Features so aussehen, als ob sie interaktive Möglichkeiten bieten.“ Denn letztlich steckten laut Smudo hinter allen Bonus-Angeboten wie den anklickbaren Hintergrundinformationen separat programmierte Ebenen. Ganz oben auf der DVD-Wunschliste standen für den Künstler zudem der 5.1-Sound und die zweite Kameraperspektive.
Die DVD erschien zwei Monate nach der gleichnamigen CD-Veröffentlichung, weil die Band sich ganz bewusst gegen das DVD plus-Format, das Herbert Grönemeyer für „Stand der Dinge“ gewählt hatte, entschieden hat: „Damit diskriminiert man den CD-Käufer. Man kann die doppelseitig bespielte Disc nicht bedrucken und für den CD-Einsatz etwa im Auto ist die DVD als Bonusprodukt zu wertvoll.“
Auch „betriebswirtschaftliche Gründe“ haben gegen das teure DVD plus-Format gesprochen, erklärt Smudo, dessen Label Four Music auch den größten Teil der Produktionskosten der MTV-Sendungen getragen habe. Dennoch lobt Smudo noch-MTV-Chefin Christiane zu Salm und MTV-Programmdirektor Elmar Giglinger, die sich in London für das Projekt stark gemacht hätten.






