Laut der von MUSIKWoche geführte Statistik der gemeldeten Neuerscheinungen war die Zahl der Veröffentlichungen im Januar 2001 geringer als im Vorjahreszeitraum. MUSIKWoche fragte im Handel nach.
„Der Januar war schon immer ein schwacher Monat. Und 2001 war es noch schlimmer als im Vorjahr“, erklärt Haim Hayon, Inhaber vom Haus der Musik in München. „Allein das neue Album von Jennifer Lopez hat gut verkauft.“ Hayon bemerkt aber einen Trend: „Einige Firmen haben erkannt, dass Newcomer im Januar eher den Durchbruch schaffen können.“ Als Beispiel nennt er (eastwest).
Deltev Uhlitzsch, Inhaber von Soundeck aktiv in Bad Seegeberg, gibt zu bedenken, dass „Qualiät über Quantität“ gehe: „Im Januar waren zumindest ein paar Titel dabei, die den einen oder anderen hinter dem Ofen hervorlockten. Mit dem Monat bin ich geschäftlich ganz zufrieden.“ Bei Uhlitzsch gingen vor allem Compilations wie über den Tresen: „Wir bräuchten im Januar einen bekannten Namen: Bislang kamen eher Themen für das jüngere Publikum und nichts für die Sleeper“, erklärt er.
„In den Bereichen Klassik und Jazz, auf die wir uns spezialisiert haben, passierte in diesem Jahr praktisch noch nichts“, stellt Kurt Kühnpast, Abteilungsleiter bei in Hannover, fest: „Die CD zum Neujahrskonzert findet ihre Käufer, ist aber kein zusätzlicher Frequenzbringer.“ Im Hinblick auf das Frühjahr erwartet er keine Besserung: „Ich sehe bis jetzt keine Veröffentlichung, von der ich denke, dass sie ein Renner wird.“
Rainer Schnaut, Inhaber von C-Dur Musik in Grünberg, vermutet: „Generell scheinen die Firmen sich zu bemühen, bereits fertige Produkte nicht im Januar zu veröffentlichen.“ Er ergänzt: „Im Januar könnte mehr Umsatz erzielt werden, wenn mehr Neuheiten erschienen.“ Allerdings sei er nach dem Weihnachtsgeschäft „ganz froh, ein wenig durchatmen“ zu können.
„Wir hatten noch nie einen so geringen Warenbestand wie jetzt“, erklärt , Filialleiter bei ELPI aktiv Musik in Bochum: „Was die Plattenfirmen im Bereich Rock/Pop im Januar neu herausbrachten, ist eine Katastrophe. Dennoch konnten wir im Vergleich zum Vorjahr unsere Umsätze steigern. Das lag vor allem an Mid-Price-Aktionen.“ Ihm fehlen Neuerscheinungen, „die in kleineren Mengen in den Neuheiten-Fächern stehen sollten, damit die Kunden etwas zum Stöbern haben: Es erscheint aber zu wenig.“






