Umfrage: Wie war die Popkomm.?

Auf der Popkomm. zeigten die Händler an Ständen, bei Sitzungen und auf Panels Präsenz. MUSIKWoche fragte nach den Erfahrungen auf der diesjährigen Messe.

“Ich habe die Popkomm. genossen und war von der großen Menge junger Besucher beeindruckt“, berichtet Pamela Horovitz, President des US-Handelsverbands National Association Of Recording Merchandisers. Sie nahm auf Einladung des Gesamtverband Deutscher Musikfachgeschäfte (GDM) an einem internationalen Händlertreffen teil (MUSIKWoche berichtete in Heft 35/ 99): „Das Meeting war sehr hilfreich, und ich glaube, daß es für die Händler immer wichtiger wird, international engen Kontakt zu halten, weil auch das Geschäft globale Züge annimmt.“ Mit Blick auf das beherrschende Thema der Messe ergänzt Horovitz: „Die Verantwortlichen sollten erkennen, daß E-Commerce noch ein so kleiner Teil unseres Geschäfts ist, daß genug Zeit bleibt, intelligente Lösungen zu entwickeln und verschiedene Technologien zu testen.“ Jürgen Knoth, geschäftsführender Gesellschafter K&K/ELPI, bezeichnet die Kampagne „Copy Kills Music“ als wichtigsten Aspekt der Popkomm.: „Es war interessant, in vielen Gesprächen festzustellen, daß endlich alle das Thema CD-Brennerei ernst nehmen.“ Er bemängelt aber die Themenwahl der Panels: „Ich habe Veranstaltungen gesehen, deren Tendenz dahin ging, Musik umsonst im Internet anzubieten und das Geld mit Werbung zu verdienen. Gleichzeitig machen aber über 90 Prozent der Aussteller ihr Geschäft mit dem physischen Tonträger – da stimmte die Gewichtung nicht.“ Ähnliche Erfahrungen sammelte Carsten Wien, Catalogue Manager in der HMV-Zentrale in Oberhausen, der zu viele Gespräche über das Thema CD-Brennen hörte: „Wo immer ich hinkam – überall klagten Vertreter der Branche ihr Leid.“ Für Wien war die Messe „business as usual“: „Wirklich ernsthaft über das Geschäft spricht in Köln eigentlich niemand.“ Dagegen berichtet Tom Dreyer, Bereichsleiter Einkauf bei WOM in Kiel, von einem produktiven Messebesuch: „Mit Hilfe der jungen Dame an unserem Stand konnte ich meine Termine so wahrnehmen, wie ich mir das vorstellte. So frischte ich viele alte und internationale Kontakte auf.“ Dabei fand Dreyer noch Zeit, zur Präsentation der Kampagne gegen das Schwarzbrennen zu gehen: „,Copy Kills Music‘ ist für uns Händler eine interessante Sache – einer der zentralen Pfeiler der diesjährigen Popkomm.“ Klaus Kreppel, Juniorchef beim Musikhaus Durner in Augsburg und GDM-Vorstandsmitglied, verbrachte viel Zeit am GDM-Stand: „Ich bin wenig herumgekommen, fand aber interessante Angebote: etwa einen Stand mit neuartigen Verpackungsfolien für das Weihnachtsgeschäft und einen Merchandise-Anbieter.“ Gern hätte Kreppel mehr Händler am GDM-Stand begrüßt, denn „hier bietet sich die Möglichkeit, direkt über Probleme zu sprechen.“ Zuversichtlich blickt Christopher Steffek, Projektleiter Tonträger Einkauf/ Vertrieb bei MediaMarkt/ Saturn in Ingolstadt, in die Zukunft: „Mich hat eine Feststellung im Rahmen der PhonoNet-Präsentation beruhigt: Selbst wenn 2005 die Online-Anbieter etwa zehn Prozent der Verkäufe abdecken würden, blieben 90 Prozent für den traditionellen Handel. Panikmache ist das letzte, was wir gebrauchen können. Wir sollten versuchen, an der CD mehr Spaß zu haben.“ Steffek verspricht sich von der Popkomm. einen „Impuls für den Herbst.‘