MusikWoche: Der Echo findet erstmals in Berlin statt. Was bedeutet das für die Produktion?
Kimmig: Berlin ist eine moderne, rasante Metropole und steht als Hauptstadt im Blickpunkt der Welt. Die Musiktitel, die durch den Echo ausgezeichnet werden, reflektieren den Geschmack der Neuzeit. Außerdem ist Berlin eine musikliebende Stadt. Es passt also alles prima zusammen. Das beflügelt die Produktion.
MW: Eine weitere Premiere ist die Zusammenarbeit mit RTL.
Kimmig: wissen aus vielen Produktionen seit langem, dass RTL in der Zusammenarbeit ein hervorragender Partner ist. Die Crew der Macher ist jung, flexibel und außerordentlich erfolgreich. Außerdem hat sie – wie wir ja auch – Event-Erfahrung, die wir zum Teil gemeinsam gesammelt haben. Wir haben in den vergangenen Jahren zusammen den „Goldenen Löwen“ produziert und die erste Verleihung des „Deutschen Fernsehpreises“ auf die Bildschirme gebracht.
MW: Welche Veränderungen versprechen Sie sich vom Wechsel zu RTL?
Kimmig:Für uns ist allein entscheidend, dass wir eine erstklassige Produktion abliefern. Das war beim Mitteldeutschen Rundfunk so, und das wird auch bei RTL so sein.
MW: Wie lange dauerte die Vorbereitungszeit?
Kimmig: Vor allem Gerd Gebhardt ist durch die Vorbereitung, die über das ganze Jahr dauern kann, intensiv gefordert. Die heiße Phase dauert etwa fünf Monate. Bis zum Veranstaltungstag am 15. März werden wir ganz sicher über 1000 Mitarbeiterausweise ausgefertigt haben.
MW: Wie beurteilen Sie im Rückblick die Zusammenarbeit mit den Öffentlich-Rechtlichen?
Kimmig: Die Zusammenarbeit mit dem Mitteldeutschen Rundfunk, vor allem mit dem Unterhaltungschef Udo Foht, war ausgezeichnet. Bei der Produktion vom Echo kommt es – wie bei allen anderen großen Sendungen – nicht darauf an, ob sich der Mitarbeiterstab aus Öffentlich-Rechtlichen oder Privaten zusammensetzt. Wichtig ist allein, dass es erfahrene Profis sind, die Spaß haben und hoch motiviert bei der Sache sind. Und die gibt es bei allen Sendersystemen.
MW: Muss man derartige große Gala-Veranstaltungen speziell aufbereiten oder sind sie durch das Star-Aufgebot Selbstläufer?
Kimmig: Selbstläufer gibt es nicht. Wer Stars im Programm hat, hat allerdings bereits die halbe Miete in der Tasche. Entscheidend für den Erfolg einer Gala-Veranstaltung ist einzig und allein das Konzept und die professionelle Umsetzung.
MW: Wie erklären Sie sich den Erfolg der TV-Ausstrahlung?
Kimmig: Echo ist für die Zuschauer attraktiv, weil er den Geschmack des Publikums reflektiert. Außerdem gibt es keine deutsche Musiksendung, in der mehr Weltstars versammelt sind als beim Echo. Die Stars kommen sehr gerne, weil sie dort professionell betreut und ihre Shows perfekt umgesetzt werden.
MW: Wer entscheidet, welche Passagen für die Aufzeichnung genutzt werden und welche nicht?
Kimmig: Das entscheidet die unter dem Vorsitz von , der sich natürlich mit dem Unterhaltungschef von RTL, , abstimmt.
MW: Vergleichen Sie einmal die Fernsehshow zu den Grammys mit dem Echo.
Kimmig: Die Echo-Verleihung kann sich mit der „Grammy-Verleihung“ messen. Aber wir präsentieren durchweg europäische Spitzenklasse für überwiegend europäische Zuschauer. Beim Echo spiegelt sich ja auch der deutsche Schallplattenmarkt wieder und nicht der amerikanische. Darauf achtet gerade Gerd Gebhardt ganz besonders.
MW: Der Echo hat eher ein älteres Image. Teilen Sie diese Einschätzung? Wollen Sie die Sendung mit dem neuen Partner RTL verjüngen?
Kimmig: Der Echo ist jung, modern und attraktiv. Die Stars, die ihn verliehen bekommen, repräsentieren Fans und Freunde ihrer Musik, auf die die gleichen Attribute zutreffen. Dazu passt RTL bestens. Echo war aber auch für die die Prime-Time-Sendung mit den jüngsten Zuschauern überhaupt.






