The Inchtabokatables – Unbeugsame Zeitgenossen

Nach der Trennung von der BMG Ariola nutzen The Inchtabokatables ihre künstlerische Freiheit auf ihrem neuen Album „Mitten im Krieg“ (Strange Ways/Indigo) zur Erfindung eines neuen Sounds.

Eine Liebesheirat war es nie, doch auch die Geschäftsbeziehung zwischen The Inchtabokatables und BMG Ariola zerbrach 1999. „Wir sind keine Singles-Band, haben aber ihnen zuliebe eine aufgenommen – die dann gar nicht in die Läden kam“, erinnert sich Trommler Titus. „Da kamst Du dir vor wie eine Spielfigur, die planlos herumgeschoben wird.“ Die Beziehung erreichte ihren Tiefpunkt, als Sänger und Geiger Robert Beckmann den Fans öffentlich riet, das Best-Of-Album „Nine Inch Years“, das gegen den Willen der Band veröffentlicht wurde, zu brennen statt zu kaufen.

Diese Zeit liegt hinter ihnen. Für das neue Album wählten die bogenbewaffneten Berliner das Label Strangeways als Partner. „In den letzten drei Jahren konnten wir ungebunden arbeiten. So entstand die Meinung, wenn wir schon frei sind, müssen wir uns um solche Dinge nicht mehr kümmern“, kennzeichnet Beckmann die Lage der Band.

Das Resultat der neuen Möglichkeiten trägt den Titel „Mitten im Krieg“ (Best.-Nr.: 9830-2) und bricht mit allen Hörmustern. Das aktuelle Material ist melancholisch, bedrohlich, hart, hymnisch, orchestral und außergewöhnlich. In ihrer Radikalität ist die Band durchaus mit den Einstürzenden Neubauten zu vergleichen. Der erschreckende Titel der Platte reflektiert das gespannte Verhältnis der Band zur Außenwelt.

Die Marketing-Kampagne von Strange Ways wird zwei Monate dauern, wie Produktmanagerin Andrea Seeger berichtet. Dazu zählen Anzeigen in der Musikpresse, ein Videoclip zur Single „Come With Me“, Laden-Deko sowie 10.000 E-Mails an Fans und Medienpartner. Zum zehnjährigen Jubiläum der Band ist am 27. April ein Konzert in Berlin geplant.