“Von einer Wiedervereinigung im Bereich deutscher Populärmusik kann keine Rede sein“, stellt Ingo Hampf fest. Der Gitarrist von Subway To Sally wirft im Gespräch mit MusikWoche insbesondere den Redakteuren von Funk und Fernsehen Intoleranz vor. „Musiker und Kritiker in Westdeutschland sind gleichermaßen an anglo-amerikanischen Klängen geschult. Wenn Bands aus dem Osten kommen und irgendwie anders klingen, dann geht bei denen doch eine rote Jalousie runter“, klagt der Musiker.
Häufig würden Ost-Musiker in die rechte Ecke gestellt, absolut zu Unrecht. „Wenn einer sich auf die Bühne stellt und den rechten Arm zum deutschen Gruß hebt, dann ist das für mich ein Nazi, aber doch nicht jemand, der sich dafür interessiert, woher seine Kultur kommt.“
Statt brav nachzuspielen, was irgendwo anders vorgekaut wird, gehen die sieben Potsdamer auf „Herzblut“ erneut eigene Wege. Sie graben nach ihren kulturhistorischen Wurzeln, nutzen Einflüsse aus Klassik und Kirchenmusik. Hinzu kommt eine Prise Bertolt Brecht, erinnert die Aussprache von Sänger Erik „Fish“ Hecht doch stark ans epische Theater.
Radio und TV mögen die Brandenburger ignorieren, ihre Anhänger stört das wenig. Die letzte Studio-CD, (1999), stieg auf Platz 29 in die deutschen Longpaly-Charts ein, auf ihrer anschließenden ausgedehnten Tour erreichte die Band einen Schnitt von tausend Besuchern pro Konzert. „Zu uns kommen Leute, die mit Tempo und Entwicklung der Gesellschaft nicht einverstanden sind. Vieles geht ihnen einfach zu schnell. Für sie ist unsere Musik eine Nische, wir sind die Alternative des Alternative Rock.“ Das aktuelle Album, „Herzblut“, schlägt sanftere Töne an als der Vorläufer. Streicher, Chöre und Dudelsack haben die Schwermetallgitarren abgelöst.
Die Veröffentlichung wird von einer intensiven Werbekampagne begleitet, berichtet Megalux-Chefin . Neben Anzeigen und redaktionellen Beiträgen in Musikmagazinen wie „Rock Hard“, „Hammer“, „Zillo“, „Orkus“ und „Wom Journal“, gibt es Plakataktionen und Street-Promotion-Aktivitäten. So werden nach Konzerten Postkarten mit Adressen verteilt, per Internet oder Postweg können Fans dann eine Snippet-CD erhalten.





