Thomas M. Stein, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbands der Phonographischen Wirtschaft: „Das Urteil ist ein Meilenstein im Kampf gegen den Musikdiebstahl im Internet. Es verdeutlicht, dass Betreiber eines Netzwerks wie Napster sich nicht aus der Verantwortung stehlen können, indem sie darauf verweisen, dass lediglich die Transaktionen der User illegal seien. Napster ist von vorneherein darauf ausgerichtet, dass Musik illegal kopiert wird. Dies wurde durch das Urteil verboten, dessen Tragweite in seiner Bedeutung weit über Napster hinaus geht.“ Chris Georgi, Geschäftsführer edel records/edel media & entertainment: „Interessant ist, dass Napster sehr wohl eigene Rechte schützen will: Auf ihrer Homepage weisen sie darauf hin, dass ihre Software nicht ohne ausdrückliche Zustimmung kopiert werden darf. Warum soll das bei unseren Rechten anders sein? Auch wenn jetzt noch Berufung gegen das Urteil eingelegt wird, ist dies doch ein deutlicher Schritt in die richtige Richtung. Erstmals hat ein Gericht (an)erkannt, dass Urheber- und Leistungsschutzrechte auch im Internet ein zu schützendes Rechtsgut sind. Und der Verbraucher lernt, dass ein ungenehmigter Musik-Download kein Kavaliersdelikt mehr ist. Nur wenn im Internet die Rechteinhaber honoriert werden, bietet dieses Medium unglaubliche Chancen. Dafür müssen wir uns stark machen. Durch das Napster-Urteil sind wir auf dem richtigen Weg.“ Heinz Canibol, President/CEO EMI Music GSA & Intercord: „EMI hat eine eigene Internet-Strategie, in die Napster nicht passt. Hätte Napster den Fall gewonnen, säße ich jetzt an der Bar und würde über eine neue berufliche Perspektive nachdenken.“ Michael Huchthausen, Vorsitzender des Fachverbands Tonträger im Gesamtverband Deutscher Musikfachgeschäfte (GDM): „Die Entscheidung des Gerichts ist zu begrüßen. Es kann nicht anders sein, als dass unterbunden wird, was Rechte von Künstlern verletzt. Das Urteil ist ein deutlicher Fingerzeig: Letztlich ist den Rechteinhabern sowie den Handels- und Industriepartnern nur geholfen, wenn es eine eindeutige rechtliche Regelung gibt.“ Kurt Thielen, Managing Director Zomba Records: „Napster konsequent zu Ende gedacht, ist nicht allein das Ende der Musikindustrie, sondern der Musik wie wir sie kennen. Deshalb ist die Einstweilige Verfügung ein wichtiger Schritt im Kampf gegen Trittbrettfahrer, die meinen, ohne eigenes Zutun aus den Leistungen Anderer auf deren Kosten Kapital schlagen zu können. Hier ist Recht gesprochen und ein Signal gesetzt worden im Sinne aller Künstler, Autoren und Produzenten.“ Tim van Dyk, Manager New Media & Market Research Warner Music: „‚Die Musik hat von allen Künsten den tiefsten Einfluß auf das Gemüt. Ein Gesetzgeber sollte sie deshalb am meisten unterstützen (Napoleon Bonaparte).‘ Dieser Satz hat nichts an Wahrheitsgehalt und Aktualität verloren. Ohne gesetzlichen Schutz ist Kultur dem freien Spiel von Angebot und Nachfrage ohne Preissystem ausgesetzt. Zwar streiten sich momentan die Seiten, ob Systeme wie Napster die Nachfrage stimulieren oder substituieren. Eindeutig ist aber: Das Angebot steigt, und durch den Gratisfaktor sinkt der Wert von Musik. Natürlich kann man das Klagelied weitersingen, gegen diese Angebote sei nichts zu machen. Dabei ist Napster durch seine Server-Funktionalität noch ein leichtes Spiel, das man in den Griff bekommen wird. Dass sich aber zwei Computer durch eine Peer-to-Peer-Verbindung miteinander austauschen, wird man nie verhindern können. Meine Prognose: Napster wird mit der jetzigen Funktionalität geschlossen und mit dem Markennamen, der durch 20 Millionen Nutzer einen immensen Wert hat, ein neues legales System etablieren, so wie es sich mit myMP3 von MP3.com auch vollzieht. Wir müssen das neue Business selbst anfassen, es kann nicht sein, dass ein Unternehmen wie Napster, das erst seit einem Jahr am Markt ist, das Business einer etablierten Industrie neu schreibt. Eine Frage stellt sich aber noch: Wird die Napster-Kundschaft auch so begeistert sein, wenn Musik plötzlich Geld kostet?‘
Stimmen zum Napster-Urteil
Das Urteil gegen Napster löste in der vergangenen Woche eine gewisse Erleichterung in der Musikbranche aus. MUSIKWoche fasst die wichtigsten Reaktionen zusammen.






