Steuert BMG in die Verlustzone?

Die Bertelsmann Music Group könnte das laufende Geschäftsjahr mit einem Verlust abschließen.

Die Bertelsmann Music Group könnte das laufende Geschäftsjahr mit einem Verlust abschließen. Dies berichtet der „Spiegel“ in seiner aktuellen Ausgabe. Bereits zum Ende des ersten Halbjahres im Dezember 2000 verfehlte das Unternehmen beim Gewinn vor Zinsen und Steuern sein Planziel um 180 Millionen Mark, so der „Spiegel“. Als Gründe für die schwache Bilanz nennt das Magazin Strukturveränderungen sowie Managementwechsel, die zu einmaligen Sonderbelastungen geführt hätten. So hätten allein die Abfindungen für die ausgeschiedenen Führungsmitglieder Michael Dornemann und Strauss Zelnick mit über 15 Millionen Dollar zu Buche geschlagen. Der „Spiegel“ zitiert ein internes Firmenpapier, in dem von einem „strategischen Dilemma“ und einer „schwachen Marktposition in Schlüsselmärkten“ die Rede ist und ein „mutiger Schritt“ gefordert wird. Nach der mit EMI plane BMG deswegen nun die Übernahme größerer unabhängiger Firmen wie Zomba oder edel. Bertelsmann AG-Chef Thomas Middelhoff, der noch im letzten Sommer laut darüber nachgedacht hatte, sich von der Musiksparte zu trennen, schloss einen derartigen Schritt nun aber aus: Er habe damals befürchtet in ein „Sandwich zwischen schrankenlosem Online-Vertrieb und Stagnation im CD-Geschäft“ zu kommen, sagte er der „Süddeutschen Zeitung“. Dies habe Bertelsmann durch die Partnerschaft mit Napster nun aber gelöst.