Spezialist für Lateinamerika

Ohne lateinamerikanische Bands kann heute kaum ein Sommer-, Jazz- oder MultiKulti-Festival bestehen. „Latin Music ist zwar ein Nischengeschäft, wirft aber dennoch Geld ab“, meint Frank Abraham, der die Transatlantico Event & Promotion GmbH 1993 gründete.

Damals veranstaltete er eine Europatournee mit Olodum, dem erfolgreichsten brasilianischen Act der 90er Jahre. Heute vertritt der Tourveranstalter aus Berlin so namhafte Brasil-Künstler wie Daniela Mercury, Carlinhos Brown und Fernanda Abreu. Zudem hat sich der Artistroster auf Salsa-Superstars wie Celia Cruz und Oscar D“Leon erweitert.

„Wir haben uns auf Lateinamerika spezialisiert und sind in diesem Gebiet auch Marktführer in Deutschland. Allerdings wollen wir nicht nur die traditionellen Salsa-, Samba- und Trommel-Gruppen präsentieren, sondern auch Pop-Künstler, Rockbands und Jazz-Acts.“

Eines der Konzert-Highlights in diesem Sommer wird die afrikanische Salsa-Formation Africando. „Africando hat mit ‚Betece‘ eine sensationelle Platte veröffentlicht, die sich weit oben in den World Music-Charts platzieren konnte“, meint Abraham. „Die Gruppe hat in der Salsa-Szene bereits seit Jahren einen hervorragenden Ruf. Uns ist es gelungen, sie zum ersten Mal für Deutschland zu verpflichten. Das 15 Mann starke Orchester wird nicht nur auf dem Afrika-Festival in Würzburg auftreten, sondern auch in München, Hamburg und Berlin.“

Transatlantico arbeitet aber auch mit Latin-Künstlern ohne Plattenvertrag in Deutschland. „Musik aus Lateinamerika funktioniert live sehr gut. Deshalb wünschen wir uns mehr Mut von einigen Majors, erfolgreiche Acts aus Südamerika auch hier zu veröffentlichen“, meint Abraham. „Diese Künstler haben hierzulande eine Fangemeinde aus Deutschen und Latinos. Die Sprachbarriere ist dabei kein Hindernis, wie das Beispiel Manu Chao eindrucksvoll gezeigt hat. Universal und Sony Music haben schon diverse brasilianische Acts veröffentlicht, BMG zog im vergangenen Jahr mit Daniela Mercury nach. Nun sollte endlich EMI die Rapperin Fernanda Abreu und den Sänger Paulinho Moska herausbringen. Beide könnten auch hier ihr Publikum finden, wenn ihre Alben entsprechend promotet würden.“

Generell ist der Markt laut Abraham offener geworden: „Unser Katalog hat sich vergrößert und unser Umsatz ist gestiegen. Der Buena Vista Social Club hatte auf jeden Fall einen positiven Effekt für alle, die mit dieser Musik arbeiten.‘