Sony Music erhöht Preise für Händler

Sony Music gleicht als erste Major-Plattenfirma die Handelsabgabepreise (HAP) in Europa an. Und zwar auf das unterm Strich höhere britische Niveau.

Die Anpassung gilt seit dem 1. April zunächst nur für Neuveröffentlichungen in Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien und den Niederlanden. Paul Russell, Chairman Sony Europe, erklärte: „Nur wenige nationale Märkte sind nicht davon betroffen.“ Sony will jedoch innerhalb von 15 Monaten alle Hochpreis-CDs auf ein gemeinsames europäisches Niveau bringen: Der HAP in Großbritannien rangiert in diesem Preissegment bei 8,25 bis 8,50 Pfund – umgerechnet rund 27,50 Mark. „Bis zum Sommer 2001 soll es so weit sein“, erklärte Russell, „denn dann beginnt die Umstellung auf die Einheitswährung Euro zu greifen.“ Sony unternimmt diesen Schritt vor dem Hintergrund eines Preiskampfs in Großbritannien, der verärgerte Händler veranlasste, teils günstigere Ware auf dem europäischen Kontinent einzukaufen. Branchen-Insider vermuten, dass die britischen Plattenfirmen deshalb bis zu 20 Prozent Umsatzrückgang bei Top-Titeln verzeichnen müssen. Russell nannte die europaweite Angleichung auf höherem Niveau notwendig: „Wir haben unsere Preise seit einigen Jahren nicht erhöht, aber die Inflationsrate in England liegt zurzeit bei drei Prozent. Die Gehälter unserer Mitarbeiter sind gestiegen, und auch unsere Zulieferer verlangen mehr Geld.“