“Wenn du acht Jahre Sänger in einer Rockband warst, fragst du dich, ob es nicht noch ein paar andere Sachen gibt, die du machen möchtest.“ So kommentiert Olli Perau den überraschenden Stilwechsel, den er nach seiner Zeit mit Terry Hoax auf seinem Solodebüt, „Heute Nacht“ (edel records), vollzieht. „Zu Hause hörte ich andere Musik als die, die ich selbst machte“, sagt er und nennt als Vorbilder die frühen Amiga-Produktionen von Manfred Krug mit Günter Fischer sowie Barry White und Burt Bacharach.
Empfindet der singende Texter die deutsche Spache als zu eckig? „Nicht mehr“, antwortet Perau. „Als ich noch englisch sang, fand ich wie viele andere die deutsche Sprache nicht flexibel genug. Inzwischen habe ich festgestellt, daß man auch auf deutsch sehr weich singen kann. Und ich freue mich über die Aufmerksamkeit, die meine deutschen Texte bekommen, jetzt lohnt sich die Arbeit wenigstens.“
Hat der Hannoveraner keine Angst, daß ein Lied wie „Ich geh‘ nie mehr aus Dir raus“ der Zensur der Radioredakteuere zum Opfer fällt? „Nein, die Reaktionen sind eher wohlwollend. Und im Zweifelsfall sage ich, das sei eine Ode an mein Auto. Sex kommt bei uns zu kurz – entweder wird das Thema veralbert oder mit dem verbalen Hammer breitgeklopft. Ich singe darüber so leidenschaftlich, wie ich es empfinde. Ginge es nach mir, dann sollten meine Lieder anregend wirken.‘





