“Der Song ist ganz klar bei mir abgekupfert“, ereifert sich der Hitproduzent David Brandes. „Bereits 1996 habe ich ihn mit E-Rotic aufgenommen und ein Jahr später veröffentlicht.“ Damals hieß der Titel noch „Don’t Say We’re Through“, hatte einen anderen Refrain und verkaufte immerhin 200.000 Kopien. „Er hatte sogar dieselbe Tonart und auch 16 Takte“ beteuert Brandes. „Außerdem war er ein Top-Ten-Hit in Skandinavien.“ Später nahm David Brandes den Song mit Modern Talking-Sänger Thomas Anders unter dem Titel „Out Of The Blue“ abermals auf. Veröffentlicht wurde diese Produktion aber nicht, unter anderem wegen des erfolgreichen Comebacks von Modern Talking. Thomas Anders jedenfalls erklärt: „Das Ding ist ganz klar übernommen – so etwas kann man einfach nicht machen. Schade nur, daß jetzt die Schwedin als Aushängeschild ihren Kopf dafür hinhalten muß.“ David Brandes will jetzt erst einmal in Ruhe die Noten ausarbeiten und dann mit dem schwedischen Titel vergleichen.
A La Carte Music Verlags-GmbH, eine Hälfte der verlaglichen deutschen Vertretung (Scandinavian Music) des Grand-Prix-Siegers, steht den Vorwürfen gelassen gegenüber. „Hier handelt es sich zunächst um eine subjektive Feststellung von Herrn Brandes. Wir werden das Ganze einem Gutachter überlassen“, kündigt Geschäftsführer Hardy Schütze an. Zu allem Überfluß meldete sich auch noch der schwedische Komponist Hans Lagerholm über die Stockholmer Tageszeitung „Expressen“ zu Wort: Bei „Take Me To Your Heaven“ handele es sich um eine Kopie seines 1995 komponierten Werkes „Tusen Och En Natt“ – Note für Note nachgespielt. Demnach hätte sich womöglich auch David Brandes ein Jahr später der musikalischen Ideen seines schwedischen Kollegen bedient. Wie auch immer: Als Konsequenz könnte Charlotte Nilsson der Sieg aberkannt werden, wodurch der deutsche Beitrag auf den zweiten Platz vorrücken würde. Kommentar der Mitglieder von Sürpriz: „Davon hätten wir auch nichts.“



