Auf stetigem Expansionskurs befindet sich seit 25 Jahren die britische Sanctuary Group. Seit der Übernahme der Modern Music Records GmbH ist sie auch direkt auf dem deutschen Markt vertreten.
Bereits vor dem Modern-Music-Deal hatte Sanctuary durch den Erwerb von Castle Music (UK) und CMC International Records (USA) aufhorchen lassen und sich neben den internationalen Konzernen als eine der weltweit führenden Rockfirmen etabliert. „So können wir jetzt unsere UK-Kataloge, beispielsweise den von Castle, direkt in den USA auswerten und umgekehrt den von CMC hier in Europa“, sagte Firmengründer Rod Smallwood im Gespräch mit MUSIKWoche.
Gemeinsam mit Andy Taylor, den er 1969 am Trinity College in Cambridge kennengelernt hatte, hat Smallwood die Sanctuary Group aufgebaut. Wie schon in den Anfangszeiten teilen sie sich auch heute noch die Arbeit, Smallwood kümmert sich um die kreative, Taylor um die wirtschaftliche Seite.
Smallwood zeichnete als Manager von Iron Maiden für deren Erfolge von Anfang an mitverantwortlich. Auch wenn der Managementbereich mit weiteren Klienten wie Helloween, Pet Shop Boys (für Nordamerika) oder Bruce Dickinson auch heute noch ein wichtiger Bestandteil ist, expandiert Sanctuary mittlerweile darüber hinaus. Ein Buch-, ein Musikverlag, eine in Neuseeland angesiedelte Filmfirma, eigene Studios sowie der Konzertveranstalter Helter Skelter runden die Firmenaktivitäten ab. Etwa 450 Mitarbeiter sind für Sanctuary tätig.
Seit Januar 1998 ist die Sanctuary Group an der Londoner Börse notiert, die Geschäftszahlen des Unternehmens weisen nach oben: So stieg der Umsatz im zurückliegenden Geschäftsjahr um 91 Prozent von 23,1 auf 44,1 Millionen Pfund. Der Gewinn vor Steuern erhöhte sich gegenüber 1999 um 63 Prozent und stieg den Firmenangaben zufolge von 2,5 auf 4,1 Millionen Pfund.
Die Philosophie, nach der er seit knapp 30 Jahren handelt, umschreibt Rod Smallwood so: „Schau den Menschen in die Augen! Ich denke, wir sind eine sehr faire Firma und sind loyal, was auch seinen Ausdruck darin findet, dass viele Künstler und Mitarbeiter schon sehr lange bei uns arbeiten.“ Auf Rockmusik setzt Smallwood auch künftig: „In der Pop-Welt ist das Risiko sehr hoch. Außerdem mag ich diese Musik nicht.“ Rock der härteren Gangart pflegt Sanctuary über das Metal-Is-Label, das in Deutschland SPV vertreibt, während der Großteil des übrigen Programms über Zomba in den Handel kommt.





