SACEM verbucht 1998 Einnahmen von 3,55 Milliarden Francs

Die französische Urheberrechtsgesellschaft SACEM blickt auf eines ihrer erfolgreichsten Jahre überhaupt zurück. Dank einem Plus von 7,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr verbuchte sie 1998 Einnahmen in Höhe von 3,55 Milliarden Francs (rund 1,06 Milliarden Mark).

Die Einnahmen stiegen in allen Bereichen. Im Kinobereich erhöhten sich die Erträge um 22,6 Prozent. Hauptanteil daran hatte ein Zuwachs aus Eintrittskartenverkäufen um 14,2 Prozent auf 170 Millionen Francs (50,7 Millionen Mark). Die Einnahmen seitens der Radiostationen kletterten um 10,9 Prozent auf 210,7 Millionen Francs (62,8 Millionen Mark). Dabei stagnierten die Tantiemen der öffentlich-rechtlichen Sender, die der Privatstationen stiegen aufgrund eines starken Zuwachses an Werbeeinnahmen um 20,7 Prozent. Aus dem Verkauf von Audio- und Video-Leercassetten flossen mit 132,3 Millionen Francs (39,5 Millionen Mark) 1,9 Prozent mehr als 1997 in die SACEM-Kasse, was vor allem auf die erhöhte Nachfrage nach Videobändern während der Fußballweltmeisterschaft zurückzuführen ist.

Die Gelder von ausländischen Schwestergesellschaften für französisches Repertoire erhöhten sich um 11,4 Prozent, wobei Deutschland vor den USA, Belgien und Italien den Löwenanteil stellte. Um 52 Prozent gingen die Erträge für Konzerttourneen nach oben – von 54,2 Millionen Francs (16,2 Millionen Mark) 1997 auf 82,5 Millionen (24,6 Millionen Mark) im vergangenen Jahr. Die Gesamtsumme der an die Mitglieder verteilten Tantiemen und der Aufwendungen für soziale und kulturelle Aktivitäten betrug 2,98 Milliarden Francs (888,5 Millionen Mark). Der Jahresbericht besagt zudem, daß nationales Repertoire 55 Prozent der 1998 in Frankreich verbreiteten Musik ausmachte, 1997 waren es 54,8 Prozent. So bestritten französische Produktionen 56 Prozent der Musikprogramme im Fernsehen sowie 57,2 Prozent des Radio-Angebots. Und nationales Repertoire bescherte der SACEM 44,2 Prozent ihrer Einnahmen; 1997 betrug diese Quote lediglich 41,7 Prozent. SACEM-Präsident Jean-Loup Tournier kündigte seinen Rücktritt zum 31. Januar 2001 an. Sein Nachfolger wird Bernard Miyet, der derzeit als Funktionär bei den Vereinten Nationen für friedenserhaltende Maßnahmen zuständig ist.