An die 90er Jahre erinnern sie sich nur ungern: Ohne Plattenvertrag schienen Run DMC den Anschluss verloren zu haben. Auch wenn Jam Master Jay das nicht zugibt: „Wir haben keine Platten mehr gemacht, weil die Leute sie nicht zu schätzen wussten. Sie wollten immer etwas Neues – aber keine Qualität.“
Also zehrten Joseph „Run“ Simmons, Darryl „D“ McDaniels und Jason „Jam Master“ Mizel vom Ruhm wohldokumentierter Pionierarbeit: Erste Gold- und Platin-Alben der Rapgeschichte (für „Run DMC“ (1984) beziehungsweise das Album „King Of Rock“ (1985), erste Rap-Crew auf dem Cover des „Rolling Stone“ sowie erste Grammy-Nominierung eines HipHop-Künstlers. „Wir haben diese Musik zu dem gemacht, was sie ist – eine Multimillionen-Dollar-Sache.“
Überhaupt hält sich Jay bis heute für den Größten: Mit Pelzmäntelchen, schwarzem Hut, Goldbrille und Adidas-Tretern philosophiert er über die eigene Relevanz und die Ideenlosigkeit der aktuellen Szene. „Mit Ausnahme von Eminem, Dr. Dre und LL Cool J. gibt es niemanden, der wirklich etwas tut.“ Um so verwunderlicher, dass sie selbst teilnahmslos zuschauten und allenfalls Remixe von „It“s Tricky“ oder „It“s Like That“ veröffentlichten.
Erst dem damaligen Arista-Chef Clive Davis gelang es, die lethargischen Könige von Hollis erneut mit einem cleveren Konzept ins Studio zu locken, einer Art „Supernatural“ des Rap: viele Selbstzitate, intensive Roots-Pflege und Kollaborationen mit Künstlern aus unterschiedlichen Genres. Denn nur so lässt sich ein breites Publikum erreichen – Fred Durst, Kid Rock und Sugar Ray für die einen, Nas, Prodigy und Method Man für die anderen. Dazu ein bisschen Latino und Dancehall – fertig ist ein Album, das einfach funktionieren muss, selbst wenn es stellenweise wie vom Reißbrett wirkt.
„Wir sind keine Teenie-Band“, kontert Jay. „Dieses Album enthält Beiträge von Freunden und Fans. Eben Leute, die sich uns regelrecht aufdrängten.“ Dabei haben die Altmeister aber auch Absagen geerntet. Etwa von Aerosmith und den Beastie Boys. Bands, mit denen sie 1986 den Crossover-Hit „Walk This Way“ einspielten sowie ihre erste Tournee bestritten.
„Crown Royal“ wurde immer wieder verschoben – vom Sommer 1999 auf den 2. April 2001. „Es gab rechtliche Probleme“, sinniert Jay. „Eben weil die meisten Manager echte Bluthunde sind, denen es nur ums Geld geht. Vor allem bei Fred Durst gab es ein Riesen-Theater – bis er Wind davon bekam und auf den Putz haute. Danach war alles ganz einfach.“
Die Frage ist nur, ob es aber auch beim aktuellen HipHop-Publikum ankommt, denn acht Jahre sind eine lange Zeit – gerade im Musikgeschäft. Doch Jay wehrt ab: „Wir sind immer noch die Kings, und so wird es auch bleiben.“ BMG Ariola unterstützt die VÖ des Albums mit einer umfassenden TV-Kampage mit 20-Sekunden-Spots bis zum 9. April auf MTV, Viva, Viva Zwei, ProSieben und RTL II. Außerdem gibt es bundesweit Streetpromotion und eine Funk-Kampagne auf JamFM bis zum 14. April.






