Rolf Bähnk gibt Leitung von edel Contraire ab

Rolf Bähnk, General Manager von edel Contraire, dem Spezial- und Programmvertrieb der edel music AG, beendet Ende März seine Tätigkeit als Leiter des Unternehmens.

Seine Nachfolge werden sich Steve Gardner, Head of A&R und Labelmanagement Contraire, und Nils Braasch, Head of Sales Contraire, aufteilen. Dabei zur Seite stehen werden ihnen Martina Weinmar, Head of Sales Administration & Sales Marketing, sowie die beiden Labelmanager Michael Salamon und Harald Kisiedu. edel Contraire sucht derzeit noch nach zwei weiteren Mitarbeitern für Produktmanagement und Telefonverkauf.

„Nach 33 Jahren Musikbranche werde ich ab dem 1. April die Verantwortung der Contraire-Aktivitäten abgeben. Schon seit längerem ist bekannt, dass ich mich peu à peu zurückziehen möchte. Und ich meine, es ist jetzt an der Zeit, den Jüngeren Platz zu machen“, erklärte Bähnk. Er habe mit edel-Vorstandschef Michael Haentjes vereinbart, dem Unternehmen „noch mindestens ein Jahr aktiv zur Verfügung“ zu stehen, um „die Sache perfekt zu organisieren und Contraire neu zu strukturieren“.

MusikWoche: Warum wollen Sie sich, wie Sie es ausdrücken, „peu à peu“ aus der Leitung von edel Contraire zurückziehen? Oder gilt das für Tätigkeiten in der Musikbranche generell?

Rolf Bähnk: Das eigene Wohl sollte nach über drei Jahrzehnten endlich eine dominantere Rolle spielen. Das eigentlich Wichtige, die Musik, findet im täglichen Geschäft nur noch selten statt, und es gibt angenehmere Dinge, als über Konditionen, Retouren, WKZs und Lagerdrehzahlen zu reden.

MW: Sie stehen dem Unternehmen ja noch mindestens ein Jahr als Mitarbeiter zur Verfügung – in welcher Funktion?

Bähnk: Contraire macht A&R, Einkauf, Promotion, Marketing, Vertrieb. Es müssen sehr viele Dinge bei der Übergabe bedacht werden, das geht nicht so einfach, das dauert. Und ich möchte, dass das ordentlich gemacht wird. Wenn es auch ohne mich läuft, werde ich nur beratend zur Verfügung stehen, auch für die Labels.

MW: Worin liegen die Aufgaben für Dienste wie Contraire in der digitalen Zukunft der Musikbranche?

Bähnk: Diese Zukunft sehe ich in weiter Ferne. Contraire ist als Vertrieb nicht so involviert, da müssen sich die Labels Gedanken machen. Händler, Mailorderfirmen und Online-CD-Anbieter brauchen auch in den nächsten zehn Jahren Tonträger. Contraire wird ihnen auch dann noch gute Musik liefern und sich nicht an dem Wahn beteiligen, Container-Müll für die Singles-Charts zu produzieren.