Stein des Anstoßes war eine CD der Band Negativland. Der CD-Hersteller Discotronics, der den Auftrag zur Pressung der neuesten CD der Band erhielt, weigerte sich unter Bezugnahme auf die RIAA-Richtlinien, die Scheibe zu vervielfältigen. Grund waren Samples von Stücken von Pink Floyd und Village People. Die Band solle, so Discotronics, nachweisen, daß sie zur Nutzung der Samples berechtigt sei. Auch andere Duplizierwerke weigerten sich, den Negativland-Auftrag auszuführen.
Unter den daraufhin einsetzenden Protesten entschloß sich die RIAA am 1. September, ihre „CD Plant Good Business Practices“-Richtlinien zu überarbeiten. Der Text räumt nun ein, daß der erkennbare Gebrauch von Samples durchaus ein „gerechtfertigter Gebrauch“ („fair use“) des Ausgangsmaterials sein kann. Ob der Gebrauch eines Samples gerechtfertigt sei oder nicht, müsse von Fall zu Fall entschieden werden, so die RIAA weiter. Damit hat zum ersten Mal eine Organisation der Musikindustrie anerkannt, daß es eine Grauzone zwischen den Rechten der Musik-Urheber und den Rechten der die Samples benutzenden Künstler gebe, so Negativland-Mitglied Mark Hosler.





