RIAA: CD und Internetpiraterie wachsen

Die Tonträgerpiraterie schwenkt um: Zumindest in den Vereinigten Staaten verliert das Medium Musikkassette zusehends an Boden, während die Beliebheit von CDs und Internet weiter wächst. Das berichtet die Recording Industry Association of America (RIAA).

Die Zahl der in den USA konfiszierten Musikkassetten sank um 62 Prozent auf 414.101 (1996: 1,08 Mio). Zwar ging die Zahl der beschlagnahmten illegalen CDs um 38 Prozent auf 936.000 zurück, aber 1997 war auch das erste Jahr, in dem bespielbare CDs (auch CD-R genannt) mit 442 konfiszierten Stück einen, wenn auch noch kleinen, Anteil an der Tonträgerpiraterie hatten. Solche CDs kosten in den Staaten etwa einen Dollar (1,80 Mark), ein entsprechendes Laufwerk für einen handelsüblichen PC kostet circa 400 Dollar (700 Mark). Daher erwartet die RIAA einen Anstieg der CD-R als Trägermedium für illegale Tonträger.

Auch gegen die Piraterie im Internet, in dem neue Songs von und sogar noch vor dem VÖ zu finden waren, kämpft die RIAA an und konnte dabei erste Erfolge verbuchen (). Etwa 250 Websites wurden bislang davon angemahnt, daß sie Urheberrechte verletzten. Die meisten wurden daraufhin vom Netz genommen.

Die Tonträgerpiraterie kostet die 12 Mrd. Dollar schwere US-Musikindustrie nach Angaben der RIAA im Jahr 1997 300 Mio Dollar. 1996 betrug Verlust weltweit sogar fünf Mrd. Dollar – bei 40 Mrd. Dollar Umsatz.