Dieter Gorny, Vorstandsvorsitzender der Viva Media AG, zeigt sich drei Wochen nach dem Web-Start im Gespräch mit MUSIKWoche zufrieden, auch wenn noch keine konkreten Ergebnisse vorliegen. “ Für Click-Zahlen ist es noch zu früh. Wir rechnen mit ersten, aussagekräftigen Werten in einem halben Jahr. Dafür sind die Resonanzen der Zuschauer bereits sehr positiv. Die meisten loben das Gesamtkonzept, die Optik und die Bedienbarkeit. Die Kids freuen sich einfach, dass es noch mehr Viva jetzt auch im Internet gibt, wo sie verschiedene Angebote anwählen können. Enttäuschungen gab es nur, als zu Beginn einige Unterpunkte noch nicht fertig waren. Das ist bei solch einem komplexen System, wie www.viva.tv es darstellt, nicht ungewöhnlich“, erläutert Gorny.
Neben der technischen Vervollständigung, die in den nächsten Wochen abgeschlossen sein soll, arbeitet Viva vor allem daran, den Geschäftszweig Viva digital als profitables, eigenständiges Unternehmen innerhalb der Viva-Media AG zu etablieren. „Dabei geht es darum, wie wir neben den innovativen Kommunikationsangeboten schrittweise das Geschäftsfeld E-Commerce entwickeln.“
Beim integrierten Shop-System, bei dem Viva mit dem Internethändler Adori zusammenarbeit, verzeichnet Gorny einen gelungenen Start: „Die ersten CDs haben wir online bereits verkauft.“ Diese Gewinne und andere Erträge aus E-Commerce sollen einen 30-prozentigen Anteil des Unternehmensgewinn von Viva digital ausmachen. „Das heißt aber auch, dass mindestens 70 Prozent aus der Werbung kommen werden.
Gerade im Online-Bereich muss man unternehmerisch sehr vorsichtig agieren. Denn bei aller Dotcom-Euphorie steht die Wirtschaftlichkeit an vorderster Stelle. Und wann sich E-Commerce oder Download durchsetzen wird, entscheidet der Kunde.“ Viva hat für die nächsten zwei Jahre acht Millionen Mark ins Netz investiert und beschäftigt unter Marc Adam, Manager Director Viva digital, 30 Mitarbeiter, die ausschließlich für den Internetzweig des Unternehmens arbeiten. Unter den 30 Angestellten sind 20 Redakteure, die pro Tag rund sechs Stunden Programm exklusiv für das Web zusammenstellen. „Die Welten sind getrennt und gehören dennoch zusammen. Denn auch wenn die TV-Zuschauer ins Netz gehen, bleiben sie bei Viva.“
Der Markenname sei ausschlaggebend für eine erfolgreiche Online-Präsenz, meint Gorny: „Es gibt im Netz inzwischen ja einige Firmen, die Musikfernsehen anbieten. Aber die stehen vor den Problem, dass ihre Seiten als Markennamen nahezu unbekannt sind, und dass gutes Musik-TV weitaus mehr ist, als nur Clips zu streamen.“ Mit der eigenen Markenstärke will Viva auch seinen Radioauftritt anschieben und das Rundfunkprogramm analog über Mittelwelle und digital über die Web-Platttform verbreiten. Und in Zusammenarbeit mit der Musikindustrie plant Gorny bereits Pilotprojekte, um digitale Vertriebsformen von Musik zu testen.





