Rekord Tonträger belebt das Schanzenviertel: Expansion nach Berlin zum Ziel gesetzt

Das Schanzenviertel verfügt laut Rekord-Mitinhaber Arne Buss über die größte Dichte an Schallplattenläden in Europa. Hier finden sich rund ein Dutzend Läden vom Second-Hand-Geschäft bis zum Reggae-Vinyl-Store. Mittendrin: Rekord Tonträger.

1998 bezog Arne Buss zusammen mit drei gleichberechtigten Gesellschaftern die Räume in der Schanzenstraße. In Nachbarschaft zu zahlreichen Start-Up-Unternehmen der New Economy setzt Rekord auf die Stärken eines traditionellen Tonträgerfachgeschäfts.

Auf rund 200 Quadratmetern und vier funktional gestalteten Ebenen finden Kunden ein weitgefächertes CD- und Vinyl-Angebot für trendbewusste Großstädter. Das Repertoire reicht von HipHop, Drum & Bass und elektronischer Musik bis hin zu raren Sammlerstücken aus den Bereichen Soul, Latin, Jazz und Easy Listening.

„Wir haben alles außer Mainstream“, beschreibt Buss sein Konzept. Dennoch sieht er Rekord nicht als Spezialisten-Laden: „Wir geben uns Mühe, ein weit gefächertes Programm anzubieten und in jedem Bereich stark zu sein.“ Jeweils zur Hälfte Neu- und Second-Hand-Ware bestimmen das Sortiment. Letztere ist für das Unternehmen eine Notwendigkeit.

„Der Second-Hand-Markt finanziert das Geschäft. Nur von Neuwaren könnten wir nicht existieren, da die Einkaufspreise für uns zu hoch sind“, umreißt Buss das Problem vieler kleiner Läden. Dennoch arbeitet Rekord mittlerweile mit 35 Labels und Vertrieben und bleibt somit stets auf dem neuesten Stand. Zudem expandierte Rekord im vergangenen Jahr: Plastik heißt die im 70er-Jahre-Stil gehaltene Filiale, die, keine 300 Meter vom Stammhaus entfernt, das Schanzenviertel mit neuer elektronischer Musik versorgt.

Eine Dependance von Rekord in Berlin steckt sich das Team als nächstes Ziel. Dennoch soll Hamburg Stammsitz des Unternehmens bleiben. Neben Laufkundschaft und Stammkunden folgte auch Pop-Prominenz dem kompetenten Ruf von Rekord: So kaufte der Rapper Busta Rhymes vor einiger Zeit den Großteil des Bestands an seltenen Soul- und Krautrock-Platten. Solche Aktionen sprechen sich laut Buss herum und sind die beste Werbung.

Künftig sollen vor allem Instore-Gigs und DJ-Sets für erhöhte Aufmerksamkeit vor Ort sorgen, und über www.rekord.net präsentiert das Geschäft seine virtuelle Visitenkarte. Während die ersten Start-Ups in der Gegend bereits wieder den Rückwärtsgang einlegen, rühmt Buss die Qualitäten eines Plattenhändlers. Dazu gehören vor allem „Geduld und starke Nerven“.