Red Hot Chili Peppers nach Kreativpause im Stimmungshoch

Die Red Hot Chili Peppers befinden sich im Stimmungshoch. Denn jetzt kehren mit ihrem alten Saiten-Sufi John Frusciante Spaß, Energie und Kreativität zurück.

In die Geschichte der Rockmusik werden die Red Hot Chili Peppers als Pioniere eingehen, die als erste die Wut des Punk mit dem Groove des Funk verschmolzen. So wichtig der Brückenschlag für den Rock’n’Roll war, so schwer hatten die Vorreiter an ihrem plötzlichen Ruhm zu tragen. Drogenprobleme, wechselnde Gitarristen und Phasen lähmender Untätigkeit behinderten ihre Karriere. Nach vierjähriger Kreativpause, zur Veröffentlichung ihres aktuellen Albums, „Californication“ (WEA records), sind die roten scharfen Schoten wieder obenauf. „Die Platte drückt unsere Gefühle auf großartige Weise aus, von Zorn und Liebe über Schmerz bis Glück; wir lassen es mächtig krachen“, jubelt Bassist Flea.

Besonders Flea und Trommler Chad Smith ist es zu verdanken, daß es die Chili Peppers überhaupt noch gibt. Nach dem Abschied von Gitarrist Dave Navarro stand die Combo ohne Saitenschläger da, während Sänger Anthony Kiedis mit seinen Drogenproblemen zu kämpfen hatte. Chad und Flea dachten bereits an Soloprojekte, als dem Bassisten die Idee kam, den früheren Gitarristen John Frusciante anzuheuern. Ein glänzender Einfall, wie sich herausstellte: „Sobald John wieder dabei war, kam der Spaß zurück. Wir improvisierten spontan, ließen die Musik fließen – es war wie Telepathie.“ Und Flea stellt fest: „John hat sich stark verändert. Früher saß er stets genervt im Bus und verbreitete schlechte Laune – heute ist die Band für ihn das Größte.“ Die neue CD knüpft an das erfolgreichste Album, „Blood Sugar Sex Magik“ von 1991, an, das allein in den USA viermal Platin einsackte. Beim Nachfolger, „One Hot Minute“ (1995), vermißten viele Fans den Pep, das Album floppte. „Wir arbeiten am besten, wenn wir gut vorbereitet ins Studio gehen“, sagt Flea. Bei „One Hot Minute“ war das nicht so. „Diesmal haben wir nur drei Wochen gebraucht, es geht schließlich nicht um Raketentechnik, sondern um ein Rock-Album.‘