Reaktionen auf das Napster-Urteil

im Napster-Fall wurde in der Branche überwiegend positiv aufgenommen.

Die Bertelsmann eCommerce Group, die im Oktober eine strategische Allianz mit Napster schloss, sieht in dem Urteil einen „wichtigen Schritt nach vorne“. CEO und President Andreas Schmidt erklärte: „Filesharing ist eine der wichtigsten Zukunftstechnologien. Sie wird auf Dauer Bestandteil unseres Lebens sein. Napster und Bertelsmann arbeiten weiter konsequent am Aufbau eines auf Mitgliedschaft basierten Services, der von den Rechteinhabern unterstützt wird.“

Hilary Rosen, President und CEO der RIAA nannte das Urteil einen „klaren Sieg“ für ihren Verband und die angeschlossenen Firmen: „Das Gericht hat nicht nur bestätigt, dass die einstweilige Verfügung gegen Napster berechtigt war, sondern auch notwendig.“

Auch die Deutsche Landesgruppe der IFPI zeigte sich erfreut. Der Vorstandsvorsitzende Wolf-D. Gramatke erklärte: „Das Urteil ist ein Sieg für alle Musikschaffenden. Auch Napster darf sich nicht über die Rechte der Urheber hinwegsetzen.“

Rob Dickins, Chairman des britischen Industrieverbands BPI, sagte, das Urteil sei „für die Kreativen wie für die Kosumenten gleichermaßen positiv.“ Die Entscheidung würde es den Künstlern ermöglichen, selbst zu entscheiden, wie ihre Musik vertrieben wird. Und nur das könne die Basis für die Schaffung neuer Geschäftsmodelle im digitalen Zeitalter sein.

Von der Musikerseite äußerte sich unter anderem die Gruppe Metallica, die bereits früh ihre Ablehnung gegenüber dem Tauschdienst deutlich gemacht hatte: „Wir sind erfreut, dass das Gericht die Rechte aller Künstler gestärkt hat, um ihre kreativen Leistungen zu schützen und zu kontrollieren. Dies zu gewährleisten hat Napster von Anfang an versäumt. Wir sind froh, dass das Gericht ihnen die Entscheidung nun abgenommen hat.“

Peter Gabriel, der mit der Firma OD2 kürzlich selbst in den digitalen Musikvertrieb einstieg, sagte: „Musikern gefällt durchaus, dass ihre Musik allen Menschen zugänglich ist. Aber ohne eine faire Bezahlung werden einige Musiker sich nach einem anderen Weg umsehen müssen, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten.“

Die Statements von Napster-Chef Hank Barry und Gründer Shawn Fanning lesen Sie hier.