Rammstein: Live-Feuerwerk auf Video und CD

Ihren weltweit drei Millionen verkauften Alben will die Gruppe Rammstein mit der Doppel-CD „Live in Berlin“ noch ein paar Exemplare hinzufügen.

“Ein großer Fan von Live-Alben war ich nie. Das einzige, was mir gefallen hat, stammte von AC/DC. Deshalb wollten wir auch ein anderes Konzept verfolgen: Die Gesänge des Publikums sollten einen großen Teil des Konzerts ausmachen“, berichtet Rammstein-Gitarrist Richard Kruspe. „Leider hat uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung gemacht. Es regnete, und den Leuten war nicht nach singen zumute. Also haben wir die Idee mit unserem normalen Set ersetzt.“ Parallel zum Doppelalbum „Live in Berlin“, aufgenommen am 22. und 23. August 1998 vor 40.000 Fans in der Berliner Wuhlheide (Motor Music, VÖ: 30. August), erscheinen am 13. September Video und DVD von den „beiden aufwendigsten Shows, die wir je gemacht haben“. Tatsächlich brannte, blitzte und donnerte es an allen Ecken der Bühne, wie das 95 Minuten lange Konzertvideo beweist, das es in zwei Versionen gibt – einmal jugendfrei und einmal unzensiert mit dem Stück „Bück dich“, das wegen unzüchtigen Handelns auf der Bühne erst ab 18 Jahren freigegeben wurde. „Die Shows waren so teuer, daß die Eintrittspreise eigentlich doppelt so hoch hätten sein müssen“, rechnet Kruspe. „Unsere normalen Auftritte legten jedoch mehr Gewicht auf Musik und weniger auf Optik.“ Nachdem die Berliner zwei Jahre auf Achse waren, wird die Band ab September mit der Vorproduktion des neuen Studioalbums beginnen, das im Sommer 2000 erscheinen soll. Für das Songwriting ist im wesentlichen Kruspe zuständig, der demnächst eine Amerikanerin heiraten und nach New York ziehen will. Eine wundersame Wendung der Dinge – stand Rammstein den USA doch immer kritisch gegenüber. „Das Land hat uns mit offenen Armen empfangen“, sagt Kruspe heute und verrät, daß er eifrig Englisch lernt. Auch die respektvolle Behandlung durch US-Musikerkollegen hat zum Meinungsumschwung beigetragen. „Auf der,Family Values‘-Tour mit Korn wurden wir vom zweiten Opener zum Co-Headliner,befördert‘. Nachdem die anderen Bands eine Woche lang skeptisch waren, kamen dann Limp Bizkit, Ice Cube und die anderen zu uns und meinten, wir hätten diesen Status verdient.“ Die Amerikaner seien emotionaler, so Kruspe. „Im Konzert wollen sie Spaß haben. Als Gitarrist gefällt mir, daß sie auf Gitarren-Riffs stehen, das ist eine Art Religion für sie.“ Stolz vermerkt er, die Verkäufe seiner Band hätten in den USA die Eine-Million-Marke überschritten. „Amerika ist für Musiker immer noch die Nummer eins, da will man spielen. Wenn man dazu noch in der eigenen Sprache Erfolg hat, ist es besonders schön.‘