Das Frankfurter Bistro-Cafe „Exil“ wurde kürzlich zur Tagungsstätte des ersten Columbia Radio-Roundtable: Managing Director Martin Brem und sein Team hatten Hörfunkexperten aus der ganzen Republik eingeladen – Privatfunker ebenso wie Vertreter der öffentlich-rechtlichen Sender. Ziel des Treffens war es, im Gespräch herauszufinden, wie man die Zusammenarbeit zwischen Radiomachern und Plattenfirmen deutlich verbessern kann. Als Repräsentanten des Hörfunks waren dabei: Lidia Antonini (hr3), Ulli Frank (SWR3), Fred Schoenagel (NDR), Ecki Raff (Hitradio Antenne), Meike Ziegert (R.SH), Andreas Löffler (Eins Live), Carsten Hoyer (Radio NRW), Reinhard Bärenz (MDR Sputnik), Walter Notz (Radio 7), Jürgen Rathfelder (SWR1), Peter Radszuhn (Radio Eins), Holger Lachmann und Vivian Pickelmann (beide RTL Radio), Frank Nordmann (Jam FM) und Ralf Blasberg (HitRadio FFH). Die Musikindustrie vertraten neben Columbia-Chef Martin Brem auch Marketingleiter Ronnie Meister und Produktmanager Kim Schäfer sowie einige Mitarbeiter aus den Columbia-Außenbüros für Promotion und vom Partner-Label Four Music.
Im Verlauf der Gesprächsrunde wurde sehr schnell klar, wie die Zusammenarbeit effizienter werden kann, und manch ein Columbianer nahm fast schon erstaunt zur Kenntnis, worauf es den Radioleuten wirklich ankommt. Die baten zum Beispiel darum, die Bemusterung mit Tonträgern besser auf das Programmfor-mat der jeweiligen Station abzustimmen, um die zahlreichen Produkte, die wöchentlich die Schreibtische der Redakteure überfluten, in Grenzen zu halten. Auch scheinbar banale Details der Bemusterungsprozedur wie die den CDs beigelegten „Waschzettel“ kamen auf den Prüfstand: „Weniger Promo-Phrasen und dafür mehr Informationen“, so lautete die einstimmige Forderung der Radiomacher. Kritik wurde zudem an einigen freien Promotionagenturen laut, die von den Schallplattenfirmen engagiert werden. Würden die sich besser mit ihren Auftraggebern abstimmen und ihre Partner in den Hörfunkredaktionen besser kennen, so hieß es, könne manche Fehlbemusterung vermieden werden.
Ein schwieriges Feld ist darüber hinaus die Abstimmung von VÖ-Terminen mit den Einsätzen im Radio: So scheinen den Funkern Promotion-Singles nur dann sinnvoll, wenn ihre Hörer das Produkt auch im Handel kaufen können. „Oft können wir das Album zum Song, den das Radio gerade mit vollem Einsatz spielt, einfach noch nicht liefern“, erklärte Kim Schäfer, „und das liegt oft an der internationalen Veröffentlichungspolitik unseres Konzerns. Nicht immer ergibt sich ein optimales Timing.“ Peter Radszuhn forderte wiederum im Namen der Radiomacher: „Wir wollen keine Testobjekte für Singles sein, die dann doch nicht veröffentlicht werden.“ Abschließend diskutierte die Runde auch die Rolle der Hörfunkstationen als Plattform für Newcomer: Erst wenn mehrere Sender an einem Strang zögen, so das Fazit, könne das Radio einen neuen Künstler „breaken“. Beide Seiten beklagten, daß es in Deutschland bislang noch zu wenige Formatradios für einzelne Genres gebe, um Bands und Musiker ganz gezielt zum Erfolg führen zu können.






