Quartalsauswertung: Die Macht ist mit Universal

Zwar hat BMG im Vergleich zum Vorjahr die Führungsposition bei den Singles übernommen, im Album-Bereich eroberte jedoch Universal den ersten Platz in den ersten drei Quartalen zurück.

“The Empire Strikes Back.“ Magnus von Zitzewitz, Director Communications & New Business, zitiert „Star Wars“ und kommentiert so den Erfolg von Universal Music. „Dafür sind verschiedene Faktoren verantwortlich. Wir haben die Neustrukturierung abgeschlossen, und diese trägt nun Früchte. Alle unsere Repertoirefirmen sowie Polymedia haben hervorragende Arbeit geleistet.“ Im Vorjahr war Universal im dritten Quartal auf den zweiten Platz zurückgefallen und hatte die Spitzenposition an Sony verloren. Für die ersten drei Quartale dieses Jahres kam es jetzt erneut zum Plätzetausch der beiden Konzerne. Betrachtet man nur das dritte Quartal, so belegt das Hamburger Unternehmen den zweiten Platz bei den Singles wie bei den Alben, und bei den Longplay-CDs verbesserte sich der Warner-Konzern vom dritten auf den ersten Platz der Firmenwertung. In erster Linie waren dafür die Alben von Cher, dem Buena Vista Social Club, Westernhagen und Sasha sowie die Dauerbrenner von Madonna und Alanis Morissette verantwortlich.

Mit insgesamt acht CDs ist Warner am häufigsten unter den 20 erfolgreichsten Alben vertreten. Und die Warner-Künstler Cher und Sasha konnten sich dabei unter den erfolgreichsten Interpreten in beiden Bereichen – Alben und Singles – plazieren. Dies gelang indes auch Xavier Naidoo, den Backstreet Boys, den Fantastischen Vier, The Offspring und Britney Spears. Bei den Singles sorgte der Sommerhit schlechthin für die Fortsetzung einer Erfolgsserie: BMG Entertainment GSAE kann sich vor allem bei den Hitnasen von BMG Berlin Musik bedanken, die mit „Mambo No. 5“ von Lou Bega den Hit der Saison im Programm hatten. Sowohl in der kulminierten Analyse vom ersten bis zum einschließlich dritten Quartal als auch in der Einzelwertung für das dritte Quartal belegt BMG deshalb die Pole Position. Der Erfolg von Lou Bega bewirkte auch, daß BMG bei der nationalen Auswertung, die MUSIKWoche nun zum zweiten Mal vorstellt, im Singles-Sektor souverän den ersten Platz hält. Und bei der Rangliste der Labels ertanzte der Mambo einen sechsten Platz für das Label Lautstark von BMG Berlin Musik, das im letzten Jahr noch Position elf hielt. Insgesamt erhöhte sich der Anteil nationaler Produktionen in den Single-Charts von 46,17 Prozent auf 48,96 Prozent. Dafür ging er bei den Longplay-CDs seit der Halbjahrsauswertung (in MUSIKWoche Heft 29/99) von 26,76 Prozent auf 24,50 Prozent zurück.

Ungebremst ist indes der Anstieg der Soundtracks. Deren Anteil verdoppelte sich immerhin auf 2,66 Prozent. MUSIKWoche zeigt in Heft 42/1999 im einzelnen, welche Firmen, Konzerne, Labels, Künstler und Tonträger in den vergangenen neun Monaten die deutschen Charts prägten.