Protest privater Veranstalter

Der Unmut der privaten Konzertveranstalter über die schlechtere Behandlung im Vergleich mit den staatlich subventionierten Kulturbetrieben artikuliert sich.

Michael Russ, Präsident des Verband der deutschen Konzertdirektionen, weist in einer Presseerklärung darauf hin, daß der Wettbewerb mit den staatlich subventionierten Kulturbetrieben zum Existenzkampf für private Konzertveranstalter in Deutschland zu werden droht. So sei es ein Fall von Wettbewerbsverzerrung, wenn Kommunen für ihre Konzertsäle von privaten Veranstaltern nicht nur Saalmiete verlangen, sondern auch noch Umsatzsteuer erheben, während ihren eigenen staatlichen oder städtischen Orchestern, die zunehmend auch selbst als Veranstalter fungierten, die Räume kostenlos zur Verfügung stehen. „Mit den Dumpingpreisen der subventionierten Veranstalter können wir nicht mithalten, und die Veranstaltungen finden ohne uns statt“, erklärt Russ. Grundsätzlich würden bei staatlich subventionierten Veranstaltungen Kosten für Saalmiete, Werbung und Verwaltung nicht in die Kalkulation einbezogen. Das so entstehende Defizit werde durch Subventionen aufgefangen. „Der Verbraucher bleibt im Glauben, er bezahle wenig Eintritt, dabei finanziert er das Konzert über die Steuergelder mit“, so Russ. Er appelliert nun an den Staatsminister für Kultur, Michael Naumann, sich dieses Problems anzunehmen, das die kulturelle Vielfalt in Deutschland massiv bedrohe.