Was sollen Promotion-Agenturen eigentlich leisten? Bei der Definition ihrer Arbeit lassen sich vier Stichworte, auf die es ankommt, formulieren: Beratung, Abwicklung, Service, Controlling. Zur Qualität der Beratung nur ein wichtiger Punkt: Die Agentur sollte schon aus Eigeninteresse bei der Auftragsvergabe wissen, ob sie den gewünschten Anforderungen des Kunden auch gewachsen ist. Sind zum Beispiel Kontakte, die man vorgeblich hat, dann doch nicht vorhanden, merkt dies der Kunde früher oder später, und das Vertrauensverhältnis ist zerstört. Beim zweiten Punkt, der Abwicklung, kommt es darauf an, auch konsequent das zu tun, was vereinbart wurde. Das bedeutet zum einen, die Kontakte auch wirklich zu bedienen, und zum anderen, sie dann auch weiter zu betreuen. Drittens Service: Das meint in diesem Zusammenhang die Rundum-Betreuung der Auftraggeber und aller Kontakte, die die Agentur knüpfen soll. Denn die Kunden wollen auf dem laufenden sein und wissen, wie die Aktion vorankommt. Und die Journalisten zum Beispiel wollen die Informationen rechtzeitig vor Redaktionsschluß in den Händen haben. Controlling schließlich – also der Nachweis für die geleistete Arbeit – ist der vierte wichtige Punkt. Meist wird dies in Kontaktprotokollen oder mit Rückfaxbelegen erledigt. Kontaktprotokolle geben wieder, was zum Beispiel die entsprechende Redaktion zum Produkt gemeint hat. Rückfaxbelege gibt es oft bei der DJ-Promotion, wo die Ansprechpartner per Ankreuzmodus oder mit freiem Statement ihre Einschätzung zum Produkt wiedergeben. Im Printbereich werden meist die Belege der Berichte vorgelegt. Im Radiobereich läßt sich die Arbeit schwieriger nachweisen, wenn es nicht zum Hit kommt, die Einsätze nicht in den Playlists oder Charts auftauchen, oder die Tonträger-Firma keinen Überwachungsauftrag geschaltet hat. Hier muß die Agentur dann größtmögliche Transparenz einräumen. Insgesamt sind die Anforderungen an die Agenturen hoch. Doch das ist als positiv zu bewerten, da der Kunde ein Optimum an Leistung bekommt und die guten Agenturen auch entsprechend gut zu tun haben.
Lange Bios liest wirklich kein Mensch
Ein wichtiger Faktor in der Medienwelt ist die Zeit. Und deshalb ist es wichtig, Informationen für die Kolleginnen und Kollegen in den Redaktionen schnell aufzugreifen. Die Redakteure werden dabei aber oft auf eine abenteuerliche Reise durch zweiseitige Künstlerbiographien geschickt – und meist sind die Zeilen dann auch noch so eng aneinandergesetzt, daß sie eher vom Lesen abschrecken. Das Problem lautet also: Wie gewährleiste ich, daß die Informationen, die eigentlich weitergegeben werden sollen, nicht untergehen? Richtig ist hier eine Kombinationslösung: Eine kurze Pressemitteilung, gut lesbar aufbereitet und kompakt auf einer Seite gesetzt, transportiert den wichtigsten Inhalt. Weitere, umfangreichere Informationen – zum Beispiel eine Biographie für alle, die sich intensiver einlesen wollen – ermöglichen einen schnellen Zugriff auf die wesentlichen Fakten.
Persönliche Ansprache per Adreßaufkleber
Zur gängigen Praxis gehört leider auch das Versenden von Biographien und Tonträgern ohne ein personalisiertes Anschreiben. Kurzerhand alles eingepackt, Adreßaufkleber drauf – und ab die Post. Wer so verfährt, kann nicht an den Empfänger gedacht haben. Der muß sich dann zusammenreimen, daß es sich wohl um die neue CD des Künstlers handelt, über die er jetzt berichten soll. Bei Mega-Produkten mag das noch funktionieren, weil der Bekanntheitsgrad des Künstlers für die Redaktion allein schon dafür spricht, darüber zu schreiben. Bei anderen Vorhaben, beispielsweise bei der Etablierung von Newcomern, was weitaus häufiger vorkommt, wird der Job mit dieser Bemusterungsmethode sehr viel schwieriger. Und wer selbst schon einmal so einen unpersönlichen Brief erhalten hat, der weiß um dessen Wirkung. Sie geht gegen null.
Ehrlich währt noch immer am längsten
Natürlich ist PR und Promotion immer auch ein Stück weit Werbung. Daran ist grundsätzlich auch nichts auszusetzen. Doch deswegen ist es auch umso wichtiger, immer bei der Wahrheit zu bleiben, was wir uns bei der Werbung ja auch wünschen. Das einzige was sich erfinden läßt, sind schöne Headlines und gute Formulierungen. Bei den Facts an sich muß die Wahrheit immer mit im Spiel bleiben, denn nichts ist schlimmer, als wenn diese dann eines Tages mit voller Wucht ans Tageslicht kommt und die ganze so hübsch konstruierte Geschichte womöglich platzen läßt.






