Mit Asda, Tesco und Sainsbury reduzierten drei der führenden britischen Handelsketten ihre CD-Verkaufspreise auf zumeist 9,99 oder 10,99 Pfund. Der durchschnittliche Preis für CDs lag zuletzt bei rund 13 Pfund – umgerechnet rund 40 Mark. Die Supermärkte reagierten auf eine aktuelle Studie der britischen Handelsbehörde. Demnach liegen die Preise für Tonträger in England um rund 25 bis 30 Prozent über denen in Deutschland. Mit ihrem Schritt üben die drei Handelsketten erheblichen Druck auf den Fachhandel und die Tonträgerindustrie aus: Die britischen Unternehmen sollen ihre Handelsabgabepreise denen auf dem europäischen Kontinent anpassen. Brian McLaughlin, Managing Director HMV Europe, fürchtet allerdings, dass die Preisrunde den traditionellen Tonträgerhandel in Turbulenzen stürzen könnte. Die Fachgeschäfte müssten schon jetzt mit knappen Margen rechnen. McLaughlin denkt offen darüber nach, CDs künftig vom Festland zu beziehen: „Der Reiz, sich aus europäischen Quellen zu versorgen, nimmt beträchtlich zu.“ Andy Lown, Senior European Vice President Tower Records, geht davon aus, dass die Musikindustrie bald ihre Preisstruktur europaweit vereinheitlichen muss. Lown verwies auf das Beispiel Beggars Banquet: Das Label vereinheitlichte seine Handelsabgebapreise zum Jahreswechsel auf europäische Ebene.
Preiskampf auf der Insel
Drei britische Supermarktketten senkten kürzlich innerhalb einer Woche ihre CD-Preise und setzten Fachhandel und Industrie unter Zugzwang.



