Popkomm.-Panel „Copy Kills Sampler?‘

Special-Marketing-Fachleute der Plattenfirmen ergründeten im Rahmen des Popkomm.-Panels „Copy Kills Music?“ die Probleme des Compilation-Marktes angesichts von Schwarzbrennerei und Download-Konkurrenz im Internet.

Als „sehr besorgniserregend“ kommentierte , Leiter TV Konzept Marketing BMG Ariola Media, die Halbjahreszahlen des Bundesverbandes Phono, die für Compilations ein Minus von einer Million verkauften Exemplaren ausweisen. Er bekräftigte seine Forderung, dass „CD-Rohlinge teurer werden müssen“, zumal bei Compilations aufgrund von höheren Werbekosten im Privatfernsehen ab Januar 2001 Preiserhöhungen unumgänglich seien.

, PM New Business Development Jive/Zomba, äußerte Verständnis dafür, dass Schüler, die mit knappem Taschengeld kalkulieren müssen, lieber zehn Mark für eine Kopie ausgeben als 45 Mark im Laden zu zahlen. „Die Industrie muss ihr Know-How und ihren Aufwand für die Selektion der Titel transparenter machen“.

Auch , Senior PM Warner Special Marketing, hält es für wichtig, den Dialog mit den Konsumenten zu intensivieren, statt „wie bei der,Copy Kills Music‘ Kampagne mit erhobenem Zeigefinger daherzukommen“. Laut , Manager Business Affairs bei Deshima Music, hat sich die Industrie „die Suppe selbst eingebrockt, indem sie auf schnellebige Konzepte gesetzt hat und nicht auf Künstler mit langfristigem Potenzial“. Seine Firma habe mit hochwertigen, von den Kunden zusammenstellbaren Kopplungsangeboten gute Erfahrungen gemacht.

Der Erfolg von Deshima gibt auch für , General Manager edel media & entertainment, Anlass, sich dem Konzept der Customized-CD „nicht zu verschließen“. Die Rückkehr zu verstärkter A&R-Tätigkeit sowie „eine intensivere Bearbeitung von weniger Themen“ empfahl er für die Zukunft. Die klassische Compilation werde indes laut Radtke bald „tot sein“. Optimistischer äußerte sich Lars Besa, der riet, „nach der anfänglichen Unterschätzung das Internet jetzt nicht überzubewerten“.

Das Netz sei als Informationsfaktor und E-Biz-Marktplatz wichtig, werde aber den klassischen Tonträger nicht verdrängen. Markus Lübbe sieht das Internet schlicht als „neuen Vertriebskanal“, den es schnell zu nutzen gelte. Benedikt Lökes hofft, übers Netz Interaktivität zwischen Plattenfirma und Kunden herzustellen, die etwa in die Tracklist-Zusammenstellung einbezogen werden könnten. Für Ulrich Järkel ist die Branche von dieser Interaktivität jedoch noch „meilenweit entfernt. Wir müssen jetzt endlich beginnen, uns ernsthaft mit der neuen Technologie zu beschäftigen“.