Nach den einführenden Worten von Soundtrack-Guru Danny Bramson (Warner Music) diskutierten lokale Experten über das Zusammenspiel der beiden Branchen. Erfolgreiche Soundtrack-Projekte, so die kollektive Erkenntnis, entstanden bisher oft aus Zufall: wie bei Peter Thorwarth, Regisseur von „Bang Boom Bang“, der Henning Wehland von der Münsteraner Band H-BlockX zufällig traf. Er sprach ihn an, es entwickelte sich eine monatelange Zusammenarbeit. Das Ergebnis: ein hitverdächtiger Soundtrack (siehe MUSIKWoche 34/99). Für ein weiteres Projekt ging Thorwarth gezielter vor. Es gelang ihm, die amerikanische Punk-Band The Ramones trotz ihrer internen Zerstrittenheit für eine Zusammenarbeit zu gewinnen. Hannu Salonen, Regisseur von „Downhill City“, dem neuen Film mit Franka Potente, gewann die Gruppe 22 Pistepirkko aus seiner finnischen Heimat für die Filmmusik: „Es stellt sich immer das Grundproblem, daß Musiker ihre Musik im Vordergrund haben wollen und andererseits die Musik als Untermalung des Films dienen soll.“ Auch bei X-Filme versucht man, mit dem Musikableger X-Music die Verbindung von Film und Musik zu systematisieren. Katrin Erichsen berichtete von ihren Problemen, für den bereits fertigen Film „Absolute Giganten“ gute HipHop-Musiker zu finden. Eine strukturelle Lösung der Kommunikationsschwierigkeiten angesichts solcher Zufallstreffer bereiten der Deutsche Musikrat und die Filmstiftung NRW vor. Marlene Wartenberg vom Musikrat kündigte eine Datenbank im Deutschen Musikinformations-Zentrum an, in die Guidelines, Projekte, Music Consultants, Fachanwälte und -steuerberater aufgenommen werden sollen. Bei einer weiteren Veranstaltung schilderten Musik-Clip-Regisseure, wie sie den Sprung vom musikorientierten Video-Kurzfilm zum Kinospielfilm wagten. „Es sind weniger US-Vorbilder, sondern die Ambitionen, die eigenen Bilder auf der Kinoleinwand zu sehen“, meinte von der österreichischen Produktionsfirma DoRo. Für ihn stehe vor allem die präzise Drehbucharbeit im Vordergrund, wie bei „Sterben um zu leben“, einem Biopic über den Musiker Falco. Und Sönke Wortmann gab zu: „Zu Musikvideos hatte ich noch keinen Zugang.“ Prompt bot ihm Dolezal eine Zusammenarbeit an.
Popkomm: Das Panel zum Thema „Film, Clip, Musik‘
Kommunikationsmangel zwischen Film- und Musikbranche erschwert die Kooperation beider Segmente. Zu diesem Fazit kamen die Teilnehmer des Popkomm. -Panels „Das Netzwerk Film, Clip, Musik“, das MUSIKWoche mit der Schwesterzeitschrift Blickpunkt:Film präsentierte.





