Recorded & Publishing

Warner Music zieht Quartalsbilanz vor und meldet vorläufige Zuwächse

Die Aktien der Warner Music Group gerieten an der Börse jüngst unter Druck. Auch wenn der Abschlag nicht so deutlich ausfiel wie bei der Universal Music Group, versucht man bei Warner Music doch, das Ruder schnell herumzuwerfen. Unter anderem soll dazu ein erster Blick auf Umsätze und Erträge beitragen.

Die Finanzabteilung der Warner Music Group (WMG) dürfte ein unruhiges Wochenende hinter sich haben: Zunächst gab der Aktienkurs des Musikkonzerns am 31. Juli 2026 im Laufe des Handelstags an der Nasdaq in New York um rund sechs Prozent nach auf einen Schlusskurs von 25,96 Dollar. Damit kam das Unternehmen noch glimpflich davon im Vergleich zur Universal Music Group, deren Aktienkurs am selben Tag nach Bekanntgabe der jüngsten Zwischenbilanz um rund ein Viertel einbrach.

Was bei Warner Music derweil passierte, lässt sich zunächst nur spekulieren: Am Freitag nach Handelsschluss meldete der Musikkonzern zumindest noch den sofortigen Abschied von Finanzchef Armin Zerza „aus persönlichen Gründen“. Zudem kündigte das Unternehmen an, dessen bisherige Aufgaben als CFO und COO nun künftig auf zwei Paar Schultern zu verteilen.

Zu Handelsbeginn an den New Yorker Börsen folgte nun am Montag eine weitere Mitteilung aus dem Hause Warner Music: Demnach zieht der Musikkonzern die eigentlich für den 6. August geplante Bekanntgabe seiner jüngsten Quartalsbilanz um einen Tag vor auf den 5. August – und veröffentlicht zugleich einen ersten Einblick in die noch vorläufigen und noch nicht von den Wirtschaftsprüfern testierten Zahlen. Diese Hochrechnungen sollen zwar laut Unternehmensangaben keineswegs offiziell als Quartalsbilanz dienen, aber so ganz grundlos dürfte die Veröffentlichung doch nicht vonstatten gegangen sein.

Für die drei Monate bis Ende Juni, zugleich das dritte Fiskalquartal im laufenden Geschäftsjahr der WMG, taxiert man bei der WMG also die „geschätzten“ Digitalumsätze bei einem Umsatzplus von elf Prozent beziehungsweise währungsbereinigt von neun Prozent auf konzernweit rund 1,251 Milliarden Dollar. Die Einnahmen der Recorded-Sparte aus dem Streaming seien „den Schätzungen zufolge“ um zwölf Prozent beziehungsweise währungsbereinigt um zehn Prozent auf rund 1,001 Milliarden Dollar gestiegen und im Abogeschäft sei es um ebenfalls zwölf Prozent beziehungsweise währungsbereinigt um elf Prozent bergauf gegangen. Für den Bereich Music Publishing rechnet man zudem im Digitalbereich mit einem Umsatzplus von 15 Prozent.

Auch auf der Ertragsseite wirbt man bei der WMG zunächst noch mit geschätzten Werten fürs dritte Geschäftsjahresquartal: So sei das operative Ergebnis voraussichtlich um 80 Prozent auf rund 305 Millionen Dollar gestiegen, beim bereinigten OIBDA-Vorsteuerergebnis ging es demnach um 16 Prozent beziehungsweise währungsbereinigt um 15 Prozent rauf auf rund 433 Millionen Dollar. Dieser Anstieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sei vor allem auf die starke operative Leistung sowie auf Einsparungen durch die Umstrukturierungsmaßnahmen zurückzuführen, heißt es aus New York.

Bei der WMG verweist man unter anderem noch auf die bereinigten Gewinne pro Aktie, die von von 0,42 Dollar im Vorjahresquartal nun auf 0,51 Dollar gestiegen seien – geschätzt, natürlich – auf liquide Mittel in Höhe von rund 618 Millionen Dollar, oder auch einen Anstieg beim operativen Cashflow um 96 Millionen Dollar oder rund 209 Prozent auf nunmehr rund 142 Millionen Dollar. 

Zudem bekräftig das Unternehmen fürs Geschäftsjahr das Ziel eines konsolidiertes Umsatzwachstums im oberen einstelligen Prozentbereich sowie eines zweistelligen Wachstums beim bereinigten OIBDA und beim bereinigten Gewinn pro Aktie.

Für die ersten sechs Monate hatte die WMG noch im Mai ein Umsatzplus von rund 13 Prozent ausgewiesen, die operativen Erlöse wuchsen im Vorjahresvergleich um 45 Prozent und das angepasste OIBDA-Vorsteuerergebnis um rund 29 Prozent. Auch unterm Strich standen da schwarze Zahlen, die um 29 Prozent über denen aus dem ersten Halbjahr des vorherigen Geschäftsjahres lagen.