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Zuschauer- und Konzertezahl übertrifft Vor-Corona-Lage

Erstmals seit den pandemiebedingten Einbrüchen liegt sowohl die Anzahl der Konzerte in Deutschland als auch die Anzahl der Konzertbesucher/-innen 2025 über dem Niveau von 2019. Das geht aus den jährlichen Zahlen hervor, für die die GEMA ihren Tarif U-K auswertet, der vor allem bei den Shows zum Einsatz kommt, den die Verwertungsgesellschaft als „Unterhaltungsmusik“ bezeichnet.

Bei der jährlichen „Song Economy“-Auswertung nach Bundesländern, die wie alle anderen Analysen auf dem Datenstand vom 15. Juli 2026 basiert, haben Bayern und NRW die Nase vorn. Dabei liegt das weniger stark besiedelte Bayern sogar noch etwas vor dem bevölkerungsreichsten Bundesland im Westen Deutschlands. Bei den Städten ist wenig überraschend Berlin Vorreiter – sowohl bei der Anzahl der Konzerte als auch bei der Zahl der Besucherinnen und Besucher. Hamburg steht, gemessen an den Besucherzahlen auf Platz zwei. Köln hat besonders viele große Konzerte und rutscht daher im Besucher-Ranking von Platz vier auf Platz drei. Dahinter folgen München und Frankfurt.

Liegt in der Bundeslandwertung vorn: Bayern. Grafik: GEMA

Ein ähnliches Bild ergibt sich, wenn man die Auswertung nach Konzertanzahl zu Rate zieht: Berlin und Hamburg liegen auf den ersten beiden Plätzen, gefolgt von München, Köln und Leipzig.

Auswertung nach Städten: Berlin liegt vorn. Grafik: GEMA

Im Ranking der besucherstärksten Spielstätten überholt die Lanxess-Arena in Köln im Jahr 2025 den Münchener Olympiapark. 1,31 Millionen Musikfans kamen 2025 in die von CTS Eventim betriebene Konzerthalle in Köln-Deutz. Hier traten in dem Jahr unter anderem Bob Dylan, Katy Perry, Sting, Billie Eilish, Lionel Richie, Nina Chuba, Ayliva, Bonez MC, Finch und Andrea Berg auf.

Hat den Olympiapark München überflügelt: die Kölner Lanxess Arena. Grafik: GEMA

Auf Platz drei in dieser Liste findet sich die Berliner Uber Arena, dahinter die ebenfalls von AEG betriebene Barclays Arena in Hamburg. Platz fünf belegt die Hanns-Martin-Schleyer-Halle in Stuttgart, auf Rang sechs liegt die Festhalle Frankfurt. Die Top 10 beschließen das Zenith in München, die Rudolf Weber-Arena in Oberhausen, das Kölner Palladium und die Berliner Waldbühne.


Zeigt, dass es im Vergleich zu 2019 im Jahr 2025 mehr kleine wie auch große Konzerte gab: die jährliche „Song Economy“-Auswertung der GEMA.

Ein zentrales Ergebnis der Auswertung ist der anhaltende Aufwärtstrend kleiner Konzerte. Den mit Abstand größten Anteil der an der deutschen Konzertlandschaft haben kleine Veranstaltungen mit bis zu 500 Besuchern. Diese Konzerte haben sich nur langsam von den pandemiebedingten Einschnitten erholt. Im Jahr 2025 – fünf Jahre nach dem ersten Corona-Lockdown – fanden in Deutschland erstmals wieder mehr Konzerte als 2019 statt. Zudem zeigt sich laut den GEMA-Zahlen eine leichte Abkehr vom Trend der Mega-Konzerte: Anders als in den vorherigen Jahren ist der den größte Zuwachs nicht bei den ganz großen Konzerten mit mehr als 50.000 Besucher/-innen, sondern im Mittelsegment mit 5000 bis 15.000 Personen zu verorten.

Bietet ein differenziertes Bild in puncto Zuwächsen gestaffelt nach Besucherzahlen: die GEMA-Auswertung. Grafik: GEMA

„Die Konzertbranche ist nach den tiefen Einschnitten der Pandemie wieder auf Wachstumskurs. Gleichzeitig dürfen die positiven Gesamtzahlen nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich die Erholung sehr unterschiedlich verteilt“, sagt Christian Seitz, Direktor Lizenzierung & Verteilung Aufführungsrechte GEMA. „Die vielen kleinen Konzerte bilden das Rückgrat der deutschen Livemusiklandschaft. Gerade dieses breite Fundament entwickelt sich aber deutlich langsamer als das, bezogen auf die Anzahl, vergleichsweise kleine Segment mittlerer und großer Veranstaltungen. Für eine vielfältige und nachhaltige Musikkultur müssen wir beide Seiten im Blick behalten.“