Peter Schwenkow: „Wir veranstalten U2′

Die Meldung „epm und DEAG im U2-Clinch“ rief , Vorstandsvorsitzender der ), auf den Plan: Im nachfolgenden Interview stellt er die Sachlage aus seiner Sicht dar.

MusikWoche: In der vergangenen Woche gab es um die Frage, wer die U2-Konzerte in Deutschland veranstaltet, Unstimmigkeiten. Wie lautet der Stand der Dinge?

Peter Schwenkow: Die DEAG ist der alleinige Veranstalter der Konzerte, die epm media AG ist nicht mehr involviert. Zuerst war geplant, dass epm die technische Koordination für die Shows übernimmt und die DEAG die Bereiche Marketing und Vertrieb. Nach der Falschdarstellung dieser Fakten entschied sich allerdings SFX, die Konzerte allein von uns veranstalten zu lassen. Alle Tickets für die Show, ingesamt 71.000 Stück, waren nach 93 Minuten ausverkauft. Das ist neuer deutscher Rekord.

MW: Wie eng arbeitet die DEAG mit SFX zusammen?

Schwenkow: Wir haben ein ausgesprochen professionelles Verhältnis zueinander und arbeiten unter dem Aspekt des Geldverdienens seit langem zusammen. Beide Unternehmen sind börsennotiert und müssen Shareholder-Value schaffen. Allerdings besteht keine Allianz im eigentlichen Sinne.

MW: Wollte die DEAG keine Allianz mit SFX eingehen?

Schwenkow: Das ist richtig, wir wollten keine feste Kooperation eingehen und haben deswegen keine Einwände gegen eine Allianz von SFX mit epm vorgebracht.

MW: Wie werten Sie das Verhalten der epm media AG?

Schwenkow: Die epm-Gegendarstellung basierte nur auf Optik und war inhaltlich falsch. Außerdem hat epm gegen ein eisernes Gesetz verstoßen, indem sie als nichtbörsennotiertes Unternehmen eine börsennotierte Firma der Falschaussage bezichtigt hat. Das tut man schon aus Prinzip nicht, das war inakzeptabel. Denn wir arbeiten sorgfältiger als andere Unternehmen und müssen beispielsweise alle drei Monate eine Bilanz veröffentlichen. Unwahre Ad-Hoc-Meldungen können wir uns nicht leisten.

MW: Welche Wege wird SFX in Zukunft gehen?

Schwenkow: Ich gehe davon aus, dass SFX sowohl mit epm als auch mit uns arbeiten wird. Im Gegensatz zu epm haben wir aber Repertoire und Künstler zum „Tauschen“, das heisst, dass wir einige unserer Künstler auch für Tourneen in den USA an SFX vermitteln können.

MW: Die DEAG macht derzeit auch mit der baldigen Eröffnung des Nachtclubs „Adagio“ in Berlin Schlagzeilen. Ist der Club eine Art persönliches Steckenpferd?

Schwenkow: Adagio ist das schönste Projekt, dass ich je verwirklichen durfte. Als Vorstandsvorsitzender muss ich natürlich meine persönlichen Vorlieben zurückstellen. Fakt ist aber, dass wir in Berlin nach 22.30 Uhr keine Eintrittskarten mehr verkauft haben. Durch Adagio erschließen wir eine neue Einnahmequelle.

MW: Sind weitere Gründungen geplant, beispielsweise in München oder Hamburg?

Schwenkow: Die DEAG besitzt die Rechte am Konzept für Deutschland. Wir warten den Start in Berlin ab und könnten uns gut vorstellen, ähnliche Clubs auch in anderen Städten zu eröffnen.