Woolworth und WH Smith folgten dem Beispiel der Supermarktketten Asda, Sainsbury und Tesco und stellten das neue Album von Oasis, „Standing On The Shoulder Of Giants„, für 9,99 Pfund in die Regale. Fachhändler wie HMV, Our Price, Tower Records und Virgin Megastores gaben dem Druck nicht nach: Sie hielten am Preis von 12,99 Pfund fest – umgerechnet rund zehn Mark mehr, als die Mitbewerber verlangten. Der Einkaufspreis für diese CD liegt in Großbritannien bei 8,90 Pfund ohne Mehrwertsteuer. Vertreter aus Handel und Industrie kritisierten die Situation: „Es kann nicht im Interesse der Branche sein, die CD nur als Frequenzbringer anzubieten“, sagte HMV-Einkaufsleiter Ian Dawson. Neil Boote, Commercial Director Our Price, ergänzte: „Diese Kampagne untergräbt die Stabilität der gesamten Musikindustrie.“ Die Oasis-eigene Plattenfirma Big Brother und der Distributor 3mv eklärten in einem gemeinsamen Statement, dass die Handelsketten ihre Angebote nicht mit ihnen abgestimmt hätten. Die Aktion fände weder ihre Zustimmung, noch ihre Unterstützung. Dagegen sagte Andy Spotforth, Einkaufsleiter Tonträger der Wal-Mart-Tochter Asda: „Wenn wir in diesem Jahr jedes Hit-Album für 9,99 verkaufen, werden sich einige der großen Fachhändler nicht lange halten können.“ Mit rund 143.000 verkauften Einheiten innerhalb der ersten Woche stiegen Oasis auf Rang eins in die Longplay-Charts in Großbritannien ein.
Oasis auf den Schultern der Handelsriesen
Die Auseinandersetzung um die Verkaufspreise für CDs im Königreich (MUSIKWoche berichtete in Heft 9 und 10/2000) zieht ihre Kreise: Zwei weitere Handelsgruppen nutzten die neue CD der Rock-Formation für Sonderangebote.





