“Die wirtschaftliche Bedeutung eines Händlers, der bei der BMG für 2000 Mark im Jahr ordert, ist kein Tonträgerfachhändler. Der Aufwand für die Retouren ist zudem für beide Seiten unwirtschaftlich“, erklärt Paul Kölbl im Gespräch mit MUSIKWoche. In erster Linie sind von der Aktion die sogenannten nichtbetreuten Händler betroffen, das sind Läden, die weder per Außendienstbesuch noch telefonisch von der BMG betreut werden. Zweites Kriterium ist die Umsatzgröße: Macht der Händler bei der Plattenfirma im Jahr weniger als 30.000 DM Umsatz, darf er künftig Ware nicht mehr retournieren.
Ausnahmen macht die BMG nur bei Händlern, die aktiv versuchen, ihren Umsatz zu erhöhen und die mit der Plattenfirma zusammen Konzepte dafür entwickeln. Kölbl will dem Retouren-Problem an mehreren Fronten zuleibe rücken: Die Verteilmenge für große Abnehmer solle ebenfalls reduziert werden: „Jede Major Company ist derzeit daran, die Retouren-Quote zu verringern.“ Als neuen Partner für Bestellungen empfiehlt der Vertriebschef den Großhandel, „für die Versorgung der Läden abseits der Großstädte sind diese Unternehmen bestens geeignet und können besser auf die Bedürfnisse der Kleinen eingehen“.
Kölbl rät zudem den unbetreuten Kunden, sich „als spezialisierte Fachgeschäfte zu behaupten“, anders sei ein „Überleben“ nicht möglich. In der Struktur seines Vertriebs hat Kölbl zudem eine Änderung vorgenommen: Seit dem 1. Oktober gibt es den Trendvertrieb „no!static@trend“ nicht mehr, er wurde in die Telefonmarketing-Abteilung integriert. Dadurch entfällt auch der seperate Katalog, mit dem BMG wöchentlich auf die Produkte im Trendvertrieb hinwies.
Aus Kostengründen wird es zudem den Katalog „What’s New?“ nur noch für Außendienst-Mitarbeiter, aber nicht mehr für Tonträgerläden geben. „What’s New?“ hatte zu Spitzenzeiten vor etwa fünf Jahren eine Auflage von rund 1500 Exemplaren, aktuell sind es noch etwa 800 Exemplare. Als Ersatz für das Magazin stehen die Seiten per Faxabruf bereit, am 5. November soll zudem der Internet-Auftritt des Magazins online gebracht werden. Die URL der Site steht allerdings derzeit noch nicht fest.
ebenso wie ein Interview mit Michael Huchthausen, Fachverbandsvorsitzender des GDM
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