Napster wirft Labels Boykott vor

Napster-CEO Hank Barry wirft den Plattenfirmen vor, mutwillig gegen die einstweilige Verfügung von Richterin Marilyn Hall Patel zu verstoßen.

Napster-CEO Hank Barry wirft den Plattenfirmen vor, mutwillig gegen die von Richterin Marilyn Hall Patel zu verstoßen. Während Napster sich der Verfügung entsprechend bemühen würde, Titel die ihnen von den Tonträgerfirmen gemeldet werden, vom Tausch auszuschließen, boykottierten die Plattenfirmen die Bestrebungen des Tauschdienstes, indem sie unvollständige Listen vorlegten. So habe etwa Sony Music eine Liste mit 90.000 zu streichenden Titel abgeliefert, von denen rund die Hälfte ohne Angabe eines Dateinamen verzeichnet waren, und die deshalb nicht bearbeitet werden konnten. Laut der Verfügung müssen die Tonträgerfirmen Napster für jeden zu sperrenden Song den Titel, den Künstler und mindestens einen Dateinamen angeben. Für Barry ist der Grund für das Verhalten der Labels offensichtlich: „Ihr Ziel ist, Napster zuzusperren“, erklärte er. „Deshalb sorgen sie dafür, dass wir die Titel nicht gemäß der Verfügung entfernen können.“ Unterdessen appellierte Dr. Thomas Middelhoff, Vorstandsvorsitzender der Bertelsmann AG und Kooperationspartner von Napster, an die Tonträgerindustrie. Er rief die Firmen dazu auf, Napster am Leben zu erhalten, bis am 1. Juli die Umwandlung in ein rechtmäßiges Geschäftsmodell abgeschlossen sei. Sollte dies bis zum 1. Juli nicht passiert sein, soll der Dienst geschlossen werden, sagte Middelhoff weiter.