Um die drohende Schließung abzuwenden, hat sich der Tauschdienst Napster Inc. zu Zugeständnissen beim Schutz urheberrechtlich geschützter Werke bereit erklärt. Während der kündigten die Napster-Anwälte überraschend an, umgehend einen Software-Filter in den Dienst einzubauen, mit dem der Tausch von urheberrechtlich geschützten Titeln blockiert werden kann.
RIAA-Chefin Hilary Rosen reagierte auf die Ankündigung wenig euphorisch: Sie sei zwar von den Plänen ermutigt, zweifle aber, dass der Filter funktionieren werde. Bereits über das Wochenende wollte Napster rund eine Million Titel sperren – darunter Stücke von Metallica und Dr. Dre, die beide separate Klagen gegen Napster aufrecht erhalten. Metallica reichte eine Liste mit zu sperrenden Titeln und deren Schreibvarianten ein: So sollte Napster zum Beispiel neben dem Originaltitel „I Disappear“ auch Files mit Namen wie „Disappear Metallica“ oder „Metallica I Disappear“ sperren.
Am heutigen Montag war der Song, wie auch zahlreiche andere angeblich gesperrte Titel, allerdings noch zu finden und konnte ohne Einschränkung heruntergeladen werden. Auch weitere 5600 Stücke, die Napster anhand einer Liste der Plattenindustrie sperren sollte, sind weiter zugänglich: Napster erklärte, die Liste könne nicht umgesetzt werden, da sie keine „spezifischen File-Namen“ enthalte.
Ob Napster durch den Filter eine Einigung mit den Plattenfirmen erreichen und damit eine drohende Schließung abwenden kann bleibt fraglich. Am Freitag, den 9. März treffen sich beide Parteien erneut vor Gericht zu einem Schlichtungsgespräch. Sollte es dabei zu keiner Einigung kommen, wird Richterin Patel eine neue Verfügung erlassen.






