MUSIKWoche: Im vergangenen Jahr haben Sie bekannt gegeben, Sie würden nie mehr am Grand Prix teilnehmen. Woher rührt nun Ihr Sinneswandel?
Ralph Siegel: Wer hat Ihnen das erzählt? Ich sagte, „unter den Umständen, die eine vorzeitige Bestimmung des Siegers versprechen, mache ich nicht mehr mit.“ Ein „Nie“ hat es nie gegeben. Außerdem hatte sich folgendes zugetragen: Bereits im Herbst 1999 hatte ich unserer Künstlerin Lou und ihrer Band versprochen, sie, wenn es eine Möglichkeit gibt, beim nächsten Grand Prix ins Rennen zu schicken. Mein unverhofftes Engagement für Corinna May hat dieses Vorhaben um ein Jahr verschoben. Lou erinnerte mich im Sommer dieses Jahres daran, und ich habe mein Wort gehalten. Ihre Stimme und unser Song „Happy Birthday Party“ haben die Entscheidung mächtig erleichtert – natürlich in der Annahme, dass dieses Mal wieder ein normaler Wettbewerb stattfinden wird, was wir alle hoffen.
MW:Im Vorjahr störte Sie die Entwicklung, die der Grand Prix und speziell die deutsche Vorausscheidung genommen haben. Haben sich die Verhältnisse aus Ihrer Sicht denn jetzt verbessert?
Siegel: Ob sich die Verhältnisse dieses Jahr geändert haben, ist erst in ein paar Wochen zu erfahren – und ich bin guten Mutes! But it looks very much like „Big Brother Is Watching Us“, beziehungsweise „Germany“! Warten wir’s ab.
MW: Ist Ihre Teilnahme in diesem Jahr eine einmalige Ausnahme oder planen Sie, künftig wieder regelmäßig dabei zu sein?
Siegel: Ich hoffe, gesund und munter zu bleiben, und solange die Menschen auf dieser Welt und in dieser Branche Lieder von mir haben wollen, freue ich mich auch darüber und schreibe gerne. So wie es auch diesmal geschehen ist, in dem Rainer Moslener von der Polydor mich und viele andere beauftragte, einen Song für einen ihrer Acts zu schreiben, was ich dann mit Freude am Komponieren und Produzieren auch gerne getan habe. Das Ergebnis lässt sich, glaube und hoffe ich, auf der ganzen Welt wirklich gut hören. Also freue ich mich auch dieses Mal wieder auf meinen geliebten Grand Prix Eurovision de la Chanson oder einfach den Eurovision Song Contest, wie schon seit 27 Jahren – und hoffentlich noch lange!





